Internationale Bergführermeisterschaften 2000

Die Meisterschaft der sportlichen Bergführer, die vom 14. bis 15. Oktober in Europas größter Kletteranlage in München stattfand, wurde ein Riesen-Erfolg. Fast einzigartig kann man die ausgelassene und freundschaftliche Stimmung nennen, die das gesamte Wochenende vorhielt und Teilnehmer wie Zuschauer faszinierte und inspirierte. Der Wettkampf und das Siegen an sich schien bei den Athleten eher eine nebensächliche Bedeutung zu haben, vielmehr ging es um das Zusammentreffen mit Gleichgesinnten, um den Erlebnisaustausch und sicher auch das Treffen "alter Freunde". Bis spät in die Nacht hinein wurde ausgiebig gefeiert, ungeachet dessen, dass am Tag darauf das große Finale stattfinden würde. Der Spaß stand bei diesem Event eindeutig an erster Stelle.

Erstaunlicherweise reisten von den 43 Teilnehmern allein 26 Athleten aus Italien an (Südtirol, Aosta und Trento), 15 Starter stammten aus Deutschland, und nur jeweils 1 Nationalitätenvertreter schaffte es aus den Nachbarländern Österreich und der Schweiz.

Bei dem Cup wurden die Startklassen nach Jahrgängen gebildet: Kategorie A( bis 35 Jahre alt), Kategorie B (36 bis 45 Jahre); Kategorie C (46-55 Jahre); Kategorie D (56 bis 65 Jahre) und der Kategorie E (ab einem Alter von 66 Jahren).

In letzterer gab es zwar nur einen einzigen Anwärter, Herrn Hermann Wolf aus Bayreuth, der mit seinen 66 Jahren konkurrenzlos antreten konnte, die Zuschauer jedoch mit seinem Gespür fürs Klettern faszinierte.

Da in dem Metier von Haus aus nur sehr wenige Frauen vorherrschen, erstaunte es auch niemanden, dass nur eine weibliche Teilnehmerin den Kampf gegen die Herren aufnahm. Die 39-jährige aparte Nadia Dimai aus Trento/Italien errang sich in der Kategorie B einen wohlverdienten 10. Platz.

Gesamtsieger der Meisterschaft mit der höchsten Punktezahl wurde wie bereits im letzten Jahr der Südtiroler Christoph Hainz. Der 38-jährige Berg- und Skiführer aus Bruneck scheint klettertechnisch einfach unschlagbar zu sein, und bereits jetzt wurden Wetten abgeschlossen, ob Christoph wohl im Jahr 2001 seinen Titel wird erneut verteidigen können.

Ein paar Foto-Eindrücke hier

Ein kleines Nachwort:

Wer bei dem Begriff "Bergführer" möglicherweise noch immer das alte Klischee von eigenbrödlerischen Naturburschen in Kniebundhosen und Wollstrümpfen vor Augen haben sollte, dem sei ein Besuch bei den nächsten Meisterschaften im Jahre 2001 angeraten. Denn eines ist auch heuer wieder manch unwissendem Zuschauer und Mitfeierer klar geworden: die heutigen Bergführer zeichnen sich nicht allein durch sportliche Fähigkeiten und Alpinkenntnisse, sondern vor allem durch modernes und zeitbewußtes Management aus.

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