Expedition 2001 auf den Bhagirathi (6454 m)


Ein Versuch im Frühjahr 2001

Eine Kurzfassung des Berichts von Walter Hölzler

Der Bhagirathi III, ein 6454 m hoher Berg liegt im Garhwal Himal in Indien. Auf diesen Berg gibt es keine leichte Route. Als "Normalwege" gelten der Südostgrat und der Nordgrat.

Den etwa 1800 m hohen Pfeiler auf der rechten Seite, konnten die Schotten Bob BARTON und Allan FYFFE 1982 im dritten ernsthaften Versuch bezwingen. Sie benötigten 10 1/2 Tage. Die Schwierigkeiten für die rund 40 Seillängen bewerteten sie mit V-VI/A2 im unteren Teil, und schwieriger Mixtkletterei im oberen Teil. Trotz des relativ leichten Zugangs, wurde die Route in den 19 Jahren seit der Erstbegehung nur 5 mal erfolgreich bis zu Gipfel bestiegen. Dies ist sicherlich ein eindrucksvoller Beweis der extremen Schwierigkeit und Länge.

Trotz der hervorrangenden Qualität des Gesteins und der Eleganz der Kletterei hat die "Schottenroute" zwei Schönheitsfehler. Auf den ersten 1000 Klettermetern bewegt sich die Route nur sehr selten am eigentlichen, markant ausgeprägten Südwestpfeiler. Die Kompaktheit und Steilheit an der eigentlichen Kante schreckte bisher jeden Kletteraspiranten ab. Das zweite Manko der vorhandenen Route ist, wie bei so vielen Himalaya-Klettereien, die technische Überwindung von Passagen über dem VI. Schwierigkeitsgrad.

Schon im Jahre 2000 versuchte das Team mit Markus Stadler, Christian Donner, Walter Hölzler und Jochen Hollfelder eine Begehung, die jedoch nicht zum Ziel kam. Mehr hierzu

Ergebnis des Versuches /Kurzstatement:

Die Idee einer Erstbegehung des direkten Südwestpfeilers am Bhagirathi III mit dem Versuch einer freien Durchsteigung konnten wir auch beim zweiten Anlauf nicht verwirklichen. Es lag nicht an der Einstellung, oder an der Zusammenstellung des Teams. Vielmehr gehört, gerade bei diesen klettertechnischen Schwierigkeiten, eine große Portion Wetterglück dazu, das wir leider nicht hatten. Wir versuchten alles um den Gipfel zu erreichen. Ein noch höheres Risiko dort oben einzugehen hätte bedeutet, die Gesundheit und möglicherweise sogar das Leben der Mitglieder auf das Spiel zu setzen. Da die Sicherheit bei uns aber an oberster Stelle stand, vertreten wir alle die Meinung, dass die Rückzugsentscheidung die richtige war.

Ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass diese Route eine der schönsten und schwierigsten Kletterrouten im Himalaya wird und bis auf wenige Stellen, mit der gewählten Absicherung durch Bohrhaken, frei kletterbar ist.

Eine Dokumentation wird vorraussichtlich Ende Dezember/Anfang Januar 2002, in der Sendung "Bergauf-Bergab" im Bayerischen Fernsehen gesendet. Der genaue Termin steht noch nicht fest, wird aber auf der Hompage frühzeitig bekannt gegeben.

Text und Bild von "Expeditionsbergsteigen"

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