Erstbesteigung im Karakorum

The Flame


Am 17. Juni 2001 ist eine österreichische Dreimann-Expedition aufgebrochen, um die Erstbesteigung der über 6000 Meter hohen Felsnadel "The Flame" im Karakorum, dem pakistanischen Teil des Himalaya Gebirges, in Angriff zu nehmen. Bisher gibt es nur sehr wenige Informationen über diesen Gipfel, denn "The Flame" steht in einem bislang noch nicht betretenen Tal. Durch ein Labyrinth aus riesigen Eisbrüchen, Gletscherspalten und Schneebrücken gilt es nun, einen gangbaren Weg zum Fuß des Gipfels zu finden.

Die Expeditionsteilnehmer Anton Neudorfer, Herbert Kobler und Norbert Reizelsdorfer werden ab dem 17.Juni per Satellitenübertragung wöchentlich Berichte und Fotos exklusiv unter der Webseite Terrific.de veröffentlichen.

Auf die Expeditionsteilnehmer wartet ein etwa 1500 Meter, senkrechter, mit Eis überzogener Fels. Keine ersichtlichen Rastmöglichkeiten, was den Einsatz von Hängezelten notwendig machen wird. Anton Neudorfer: "Wir rechnen mit einem Aufenthalt von bis zu 4 Wochen in der Wand. Die Expedition wird voraussichtlich 10 Wochen dauern, wobei das Wetter, sowie die Verhältnisse in der Wand eine immense Rolle spielen!"

Bis in die 90er Jahre standen vor allem die Achttausender des Himalaya im Blickfeld von Expeditionen. Die nicht ganz so hohen, aber technisch extrem schwierigen Fünf- und Sechstausender, wie Trango Towers, Biaho Tower, Shipton Spire oder "The Flame", rückten erst in den letzten Jahren ins Blickfeld der jungen, extremen Alpinisten.

Erlebt, wie das Expeditionsteam in der Steilwand von "The Flame" hängt, mehrere hundert Meter über dem Boden, um am Ende - hoffentlich - den Gipfelerfolg zu erleben. Denn ungefährlich wird dieser Gipfelsturm nicht!

Ein Vorwort von Anton Neudorfer für Terrific

"Eine Expedition in diesem Ausmaß bedeutet nicht nur einen enormen finanziellen Aufwand, sie muss auch von langer Hand geplant sein. Vor etwa zwei Jahren begannen wir mit den Vorbereitungen. Zunächst dachten wir an die Wiederholung einer Kletterroute, dann aber entschieden wir uns anders: wir wollten eine Erstbesteigung versuchen. Ziele wurden fixiert und wieder verworfen, bis wir schließlich bei den Cat's Ear Spires im Karakorum landeten.

Erstbesteigungen sind immer etwas Besonderes. Die Ungewissheit, ob es weitergeht, ob man nicht plötzlich in einer Sackgasse landet, nicht mehr weiter kann und abspringen muss - all das zerrt an den Nerven.

Wir planten nun sorgfältig unser neues Ziel, von dem wir lediglich ein einziges Foto hatten. Mühsam erarbeiteten wir uns Standort und Zustieg zu "unserem" Berg. Doch dann, im September 2000, kam die Hiobsbotschaft: "Unser" Berg war von einem sehr starken amerikanischen Team erstbestiegen worden. Die Stimmung war im Keller. Alles umsonst? Nein, denn der Zufall lenkte unser Augenmerk bald auf ein anderes Ziel. Ein Freund aus Amerika erwähnte in einem Bericht einen Berg namens "The Flame". Eine neue Idee war geboren, und die ganze Vorbereitung begann von vorne. Wir mussten uns mit noch weniger Informationen zufrieden geben, denn "The Flame" steht in einem bislang noch unbetretenen Tal. Von diesem Gebiet existierten nur sehr wenige Fotos - und die sind nicht wirklich aussagekräftig. Unsere Expedition ist also eine im ureigenen Sinne: nämlich Neuland erforschen.

Eine Agentur war bei entsprechender Bezahlung für dieses Unternehmen rasch gefunden. Sie übernehmen die logistische Betreuung in Pakistan. Es ist aber nicht so, dass man nur noch in das Flugzeug steigt und rüber fliegt, nein, man muss alles vorher genau aushandeln. Zum Glück gibt es mittlerweile E-mail, was die Sache ziemlich erleichtert. Vor der Abreise wurde noch eine spezielle Ausrüstung gekauft und eine Unmenge an Lebensmitteln eingepackt. 500 kg war das Gewicht der Ladung, die wir im Voraus mit Luftfracht verschickten. Bleibt nur noch zu hoffen, dass auch alles an seinem Bestimmungsort wartet, um von uns in Empfang genommen zu werden. Meine privaten Sachen habe ich jetzt, einen Tag vor unserer Abreise, noch immer nicht gepackt. Eigentlich wollte ich das schon vor Tagen machen, aber es ist immer dasselbe: Man nimmt sich vor früh genug mit allem zu beginnen und am Ende wird die Zeit immer zu kurz. Seit Tagen sage ich nur noch: "Bin ich froh, wenn ich endlich im Flugzeug sitze." "


Links zum Thema von Terrific

Das Team

Die Route

Die Etappen

Die erste Etappe

Startseite der Expedition auf Terrific.de