Rockmaster 2000 in Arco

Am Wochenende, den 9. und 10. September war es endlich wieder soweit: das wichtigste internationale Sportkletter-Event mit den höchsten Preisgeldern, das alljährliche "Rockmasters", wurde in Arco am Gardasee ausgetragen.

Mit vielen Neuerungen warteten die Veranstalter im neuen Jahrtausend auf. So wurde die bisherige "historische" Wettkampfwand abgerissen und durch ein neues und weltweit einzigartiges "Kunstwerk" ersetzt. Rechtzeitig zum Rockmasters konnte die, nicht nur architektonisch, sondern auch funktionell gelungene Strukturwand fertiggestellt werden: Mit einer Höhe von 18 Metern, auf 17 Meter überhängend ergibt der Kunstfels eine Kletterfläche von ganzen 650 qm. Mehr als 2000 Griffe aus 500 verschiedenen Formen mußten an den vier Wandplatten angebracht werden. Je 2 der Wandflächen wurden identisch konzipiert, so dass im Finale zwei Kletterer gleichzeitig an ein und derselben Route antreten können.

Foto von Francisco Calabrese - Mediaplan

Aufgrund dieser innovativen Felsform konnten die Wettkampfbedingungen komplett geändert werden: So wurden im Jahr 2000 nun zum ersten Mal die endgültigen Rockmasters 2000 durch einen direkten parallelen Wettkampf zwischen jeweils den 2 Athleten ermittelt, die sich sowohl am Samstag, als auch am Sonntag in zwei unterschiedlichen Disziplinen klassifizierten und damit schon die erste Stufe, den "Lattisi-Pokal" gewannen.

Für diese Trophäe, die von Ennio Lattisi ins Leben gerufen wurde, mußten die Touren am Samstag "on sight" geklettert werden, das heißt ohne die Route vorher zu kennen. Am Sonntag war das "After Work"-Klettern angesetzt, was bedeutet, dass jeder Teilnehmer bereits am Vortag 20 Minuten Zeit erhielt, die Tour vorab einzustudieren.

Im Gegensatz zu den Bestimmungen der letzten Jahre wurden die Punkte, die an beiden Tagen errungen wurden aufaddiert, und aus der Gesamtpunktzahl die besten vier weiblichen und männlichen Kandidaten ermittelt. Die jeweils 4 besten Kletterer und Kletterinnen des Lattisi-Cups durften dann erst im Anschluß um den begehrten Rockmaster-Titel 2000 kämpfen.

Auch hierbei handelte es sich um eine Neueinführung, bei dem sich die Sieger um jeweils einen Rang verbessern konnten. Mittels eines "Kopf an Kopf-Rennen" auf Zeit kämpfte Platz 1 mit Platz 2, bei den beiden anderen ging es um die Besetzung des 3. und 4. Platzes. Die Schnellsten gewannen.

Für die Zuschauer hatten die Neuregelungen den entscheidenden Vorteil hat, dass sie selbst den Unterschied der Kletterleistungen direkt wahrnehmen und mitverfolgen konnten. Aufgrund dieser "Transparenz" der Austragung verzeichneten die Veranstalter, eigenen Aussagen zufolge einen 20 % höheren Ticketverkauf. An die 1000 Zuschauer folgten bis in die Abende hinein gespannt den Geschehnissen.

Obwohl es nach dem Finale des "Lattisi-Pokals" eindeutig so schien, als würden die Französin Liv Sansoz sowie der Japaner Yuji Hirayama den ersten Platz einnehmen, gewannen am Sonntag überraschend die Belgierin Muriel Sarkany und der Russe Evgeni Ovtchinnikov. Schon im letzten Jahr errangen die beiden den Rockmaster-Titel, und verteidigten ihn an diesem Wochenende erneut.

Foto von Francisco Calabrese - Mediaplan; Kletterin Muriel Sarkany

Bei den deutschen Teilnehmern konnte sich Christian Bindhammer den 3. Platz sichern, bei den Damen kämpfte die Münchnerin Marietta Uhden erfolgreich um Rang 4.

Foto von Francisco Calabrese - Mediaplan; Kletterer Christian Bindhammer

Wie jedes Jahr hielten die Rockmasters, was sie versprachen und die gesamte Veranstaltung wurde erneut zum Highlight des Jahres. Was sich die kreativen Italiener wohl fürs nächste Jahr ausdenken werden?

Zur Ergebnisliste:

HERREN

DAMEN

Foto von Francisco Calabrese- Mediaplan; Annatina Schultz

Die gesamte Auflistung ist auch hier einsehbar.

Zu den vorherigen Berichten: Vorankündigung Arco und Rund ums Rockmaster