Weltcup Klettern 2006 - Die weltbesten Kletterinnen und Kletterer zu Gast in Dresden


MÜNCHEN. – Die bedeutendste Kletterveranstaltung Deutschlands findet dieses Jahr am 19. und 20. Mai in Dresden statt: der Weltcup im Sport- und Speedklettern. Die Kletterwände werden direkt am Elbufer, gegenüber der Brühlschen Terrassen vor Dresdens historischer Kulisse aufgebaut. Dies verspricht ein einmaliges Ambiente. Am Start sind die weltbesten 40 Damen und 60 Herren der Kletterszene. Unter ihnen auch Lisa Knoche (Sektion Freising) und Timo Preußler (Sektion Schwäbisch Gmünd), die amtierenden Deutschen Meister im Sportklettern. Die Stadt Dresden unterstützt diese Veranstaltung im Rahmen ihrer 800-Jahr-Feier. Insgesamt besteht die Weltcupserie 2006 aus neun Veranstaltungen, die in Europa und Asien stattfinden. Gesamtweltcupsieger 06 ist derjenige, der bei allen Weltcupveranstaltungen die höchste Punktzahl erreicht.

Sportklettern

Auf mehr als 300 m² Kletterfläche haben professionelle Routenbauer viel Platz, um spannende Routen für den Wettkampf festzulegen. Zur Verfügung stehen ausladende Überhänge und steile Wände. Besonders die sächsischen Kletterstars (Markus Hoppe, Julia Winter, Friedemann Walther, Andre Borowka und Felix Neumärker), alle Sektion Sächsischer Bergsteigerbund, blicken gebannt auf den Heim-Weltcup. Die deutschen Athleten müssen jedoch gegen starke Konkurrenten antreten: die amtierenden Weltmeister im Sportklettern Angela Eiter aus Österreich und der Tscheche Tomas Mrazek sind in Dresden mit von der Partie. Außerdem starten der Spanier Patxi Usobiaga, Gewinner des Sportkletterwettkampfes im Rahmen der World Games 2005, sowie Flavio Crespi aus Italien, der Gesamtweltcupsieger im Sportklettern 05.

Speedklettern
Neben den Sportkletterern ringen auch die Speedkletterer, die Sprinter unter den Kletterern, um den Titel. Neben den amtierenden Weltmeistern, Olena Ryepko aus der Ukraine und dem Russen Evgeny Vaitsekhovski sind alle osteuropäischen Superstars am Start. Für Deutschland kämpfen die amtierenden deutschen Speedmeister Lisa Knoche (Sektion Freising) und Jonas Baumann(Sektion Dortmund) um Bestzeiten. 

Seit der Weltmeisterschaft Klettern 2005, die im Juli in München ausgetragen wurde, werden die Speedwettkämpfe an einer standardisierten Wand durchgeführt: dadurch wurde es möglich, Weltrekordzeiten zu ermitteln. Die Speedwand ist zwölf Meter hoch, fünf Grad überhängend und hat eine standardisierte Griffabfolge. Der Start erfolgt direkt am Wandfuß, als beendet gilt die Route, wenn der Sportler den oben angebrachten Zeitmessknopf drückt. Besonders attraktiv ist Speedklettern, weil jeweils zwei Athleten gleichzeitig an parallelen Routen starten; damit ist der direkte Vergleich möglich. Nach Ende der ersten Route wird getauscht, so dass jeder Starter beide Routen absolviert. Sieger ist derjenige, der in Addition der Zeit die beiden Routen sturzfrei und am schnellsten bewältigen konnte. 


Große Unterstützung
Ausrichter des Weltcups ist der Verein Kletterweltcup e. V. Die Sektionen Sächsischer Bergsteigerbund, Dresden und Akademische Sektion Dresden sowie der Landesverband Sachsen unterstützen den Verein bei der Organisation. Die Kletterwand stellt der langjährige DAV-Partner „pantarai“ zur Verfügung.

Weitere Informationen finden sie unter:
www.kletterweltcup.de
www.alpenverein.de
www.climbing.de
www.mountains2b.com 


Klettern - die Disziplinen
Durch Eigenschaften wir Kraft, Ausdauer, Ästhetik, Körperbeherrschung und Energie hat das Klettern in den letzten Jahren ständig an Beliebtheit gewonnen. Jede der drei Disziplinen stellt dabei unterschiedliche Anforderungen an die Athleten.

Sportklettern
Ist die bekannteste Disziplin des Kletterns und seit vielen Jahren etabliert. Geklettert wird mit Seil an 15 bis 40 Meter hohen Wänden, wobei vor allem Kraft, Ausdauer sowie technische und taktische Finesse gefragt sind. Ziel beim Sportklettern ist es, eine Route innerhalb eines festen Zeitlimits möglichst sturzfrei zu meistern.

Speedklettern
Beim Speedklettern ist der Name Programm: die Geschwindigkeit entscheidet über den Sieg. Dabei sind vor allem Maximal- und Schnellkraft sowie hohe Greif- und Trittpräzision trotz höchster Geschwindigkeit gefragt. In Deutschland hat Speedklettern noch keine so lange Tradition wie in Russland und Osteuropa.

Bouldern
Bouldern bedeutet Klettern in Absprunghöhe ohne Seil, wobei Weichbodenmatten einen eventuellen Sturz abfangen. Boulderprobleme mit großem Schwierigkeitsgrad verlangen häufig sehr akrobatische Bewegungsabläufe.

Spitzenbergsport – gut aufgehoben beim DAV
Als Mitglied im Deutschen Sportbund ist der DAV der zuständige Fachverband für Alpinistik. In dieser Funktion hat er die Aufgabe, nationale und internationale Wettkämpfe auszurichten, die Nationalmannschaft zusammenzustellen und die Nachwuchsförderung voranzutreiben. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 1.500 Sportkletterer, die regelmäßig an Wettkämpfen teilnehmen. Fachübungsleiter und Honorartrainer sorgen auf Bundes- und Landesebene für die Ausbildung und das Training der Kletterer. Wer selbst Interesse hat, den spannenden Leistungsvergleich bei Wettkämpfen zu erleben, kann sich unter www.alpenverein.de eine DAV-Sektion in seiner Nähe heraussuchen.