Staudammklettern in der Schweiz


Foto: Bigwall.ch - siehe unten

Wer noch nicht im schweizerischen Luzzone und der legendären riesigen Staumauer war, glaubt es kaum: Dieser aalglatte 165m hohe Staudamm ganz hinten im "Val Blegnio" wurde mit künstlichen Griffen eingebohrt. Entstanden ist die welthöchste, künstliche Kletterwand. Fünf Seillängen bis zum Schwierigkeitsgrad 7 – lassen ein Gefühl aufkommen, wie es die meisten nur von der Verdonschlucht her kennen.

Die Mauer staut ursprünglich den See "Lago di Luzzone". Über 650 Kunstgriffe und Haken wurden in die Staumauer eingesetzt. Beginnt die Route anfangs noch sehr leicht (ca. 5b), so wird sie nach oben zunehmend steiler, die Griffvariationen schwieriger und endet schließlich in einer überhängenden Seillänge. Zwar ist die letzte Route nur mit 6+/7- angegeben, aber durch die Ausgesetztheit und das Ambiente haben auch Kletterer im 7. Grad ihre Schwierigkeiten damit.

Die Route wurde 1999 von Tessiner Bergführern und Luciano Schacher errichtet. Das Level wurde dabei stetig angehoben, sprich der ersten Seillänge von 5b, folgt eine 5c; als weitere Steigerung ist die dritte Seillänge bereits eine 6a. Nun geht es aber nochmal nach oben: die vierte Seillänge hängt leicht über und wurde als leichtere 6a+ angegeben, und last but not least folgt noch eine komplett überhängende Seillänge von 6a+ pur. Aussteigen, bzw. Abseilen kann man natürlich jederzeit. Es lohnt sich also für jeden.

Abgesichert sind alle 5 Seillängen top, alle paar Meter folgen hochwertige Haken (14 Expressen sind vonnöten) und auch die Standplätze sind genial eingerichtet. Wie drückte es der Betreiber der Webseite 8ung.at so schön aus: "Natürlich sind die Stände genial eingerichtet, es kann praktisch nichts passieren. Ausser wenn der Staudamm brechen würde, aber das wäre eine nasse Überraschung."

Glücklich oben angelangt, kann man entweder zu Fuß runter laufen oder aber bequem abseilen. Ein 50 Meter-Seil ist minimum, Expressen werden ca. 10 Stück angeraten.

Wie in der Verdonschlucht oder im steilen Gebirge pfeift es einem ganz schön um die Ohren, und der Blick nach unten ließ schon so manche Beine sogar besserer Kletterer wackeln. Der Tiefblick ist einfach beeindruckend.

Die Begehung der künstlichen Kletterroute an der Luzzone Staumauer ist gegen eine Gebühr von 20.- Franken/Person und einer Sicherheitshinterlegung von 100 Franken (die man jedoch wieder bekommt) möglich. Den Schlüssel für die Einstiegsleiter erhält man nach Bezahlung des Pfandes und der Begehung im Restaurant Luzzone. Wenn du untenstehend auf die Staumauer blickst, ist das Restaurant links oben am Kamm der Mauer zu finden.

Die Zufahrt zur Staumauer erfolgt über die Gotthard-Passstrasse. Dort fährt man weiter auf der Autobahn in Richtung Chiasso. Bei der Ausfahrt Biasca raus und weiter Richtung Lukmanier-Pass. Man gelangt durch das Dörfchen Olivone und fährt hier weiter in Richtung Campo (Blenio). Im sogenannten Bleniotal kann man in Aquilesco parken.

Weitere Infos erhält man auch im neuen Kletterführer " Plaisir Süd" von Jürg von Känel aus dem Filidor-Verlag.


Links

Kurse an der Staumauer

Seite 8ung mit Bericht über die Staumauer

Topo & Gebietsbeschreibung: Föhrenchopf Schweiz von 8ung

Topo & Gebietsbeschreibung: Bockmattli Schweiz - St. Gallen von 8ung

Die Topobeschreibungen sind gut aufgebaut mit: