Update Laos von Dr. Volker Schöffl
Letztes Jahr berichteten wir über unsere Routen in Laos, inzwischen hat sich dort
einiges Neues getan – Zeit für ein kleines Update.
Zuerst das wichtigste – nach langen Diskussionen mit der Tourist Authority haben wir
es endlich geschafft – das Kletterpermit ist abgeschafft. Ein kleiner Hintergrund: Für
alle Outdoor Aktivitäten ist es in Laos nach Gesetz nötig ein Permit zu haben, und zu
bezahlen, sowie einen laotischen Guide dabei zu haben. Die hinterlies bei vielen
Kletterern zu recht einen faden Beigeschmack, aber Gesetz ist Gesetz, vor allem in
einem kommunistischem Land. Natürlich ist in Wirklichkeit jeder ohne Permit losgezogen, aber eben nicht offiziell. Dank des großen Engagements von Inty
Deansavan, dem Manager von Wildside-Laos, ist das Permit nun vom Tisch. Einfach klettern gehen und alles ist gut.
Im Frühjahr war ich wieder 2 Monate in Laos, vor allem zum arbeiten, aber eben auch zum Klettern. Es entstanden einige neue Routen und mit
Sek´s Route „Sek Billion" auch die erste Route, die ein laotischer Kletterer, von unten, eingebohrt hat.
Nachdem Isa und ich im Oktober erst in Tehran waren sind wir dann noch mal 2 Wochen in Vang Vieng gewesen. Zwar sind die meisten Gebiete
dann, nach dem Monsum, noch nass, aber die große Headwall oberhalb der Sleeping Wall nicht.
Diese sind wir angegangen, nachdem der Weg ja bekanntlicherweise das Ziel ist, war der Weg dahin auch nicht ganz einfach. Der Zustieg ist zwar nur gut 1 km lang,
aber dichteren Dschungel und Gestrüpp gibt es kaum sonst wo. Mit Hoi´s Hilfe haben
wir uns dann einen kompletten Tag durch den Dschungel geschlagen um einen Weg zu haken. Erst mal mussten wir eine kleine Behelfsbrücke bauen, und dann viel
Gestrüpp entfernen. Das ganze war bei 32 Grad und wegen dem Ungeziefer langen
Klamotten ein rechter Spass... – doch es hat sich gelohnt.
Wir konnten dann eine 6
Seillängen Route („Khoi ha chao") einbohren, in besten Fels und „Genusskletterrei-Niveau". Es stand uns zwar einiges entgegen, z.B. die frisch gehäuteten
Schlangenhäute die am morgen oftmals an unseren Standschlingen hingen. Und da war dann noch diese Tarantel im Riss in der 3ten Seillänge. Nachdem ich mich an ihr
nicht wirklich vorbeigetraut habe kamen wir am nächsten Morgen besser bewaffnet
zurück. Isa führte noch ein Trockentraining mit Feuerzeug und Riesenflasche
Insektenspray durch – und fertig war der Flammenwerfer. So tapte ich mir nun nicht
nur die Machete an den Gurt sondern auch diese große Spraydose. Erst mal eine halbe Flasche „Flash-Liquid Chalk" (brennt super gut) in den Riss gesprüht und dann
den Flammenwerfer... Die Tarantel vom Vortag war zwar wohl eh schon längst weg,
aber sicher ist sicher.
Mittlerweile gibt es einen lokalen Kletterführer, zu beziehen über die Büros von
Wildside Laos in Vientiane und Vang Vieng. Oder schaut doch mal auf die aktuellen
Topos hier und ein Paar Bilder.

Besonderer Dank geht an die Sponsoren für Klettermaterial und Bohrhaken, Entre-Prises, Krimmer Outdoor Systems und Roc´terra.
Volker Schöffl