Die Fertigung von Karabinern


Wie um alles in der Welt entsteht nun das Produkt, an dem unser Leben hängt, sprich der Karabiner?? Anhand der bekannten Outdoor-Firma SALEWA, die uns hierzu freundlicherweise Erklärungen und Rohmaterial lieferte, wollen wir versuchen, Euch die Herstellung etwas näher zu erläutern.

Zum Material

Das Rohmaterial für alle gängigen Kletterkarabiner ist Aluminium, bzw. eine Aluminium-Legierung. Diese bietet die optimale Basis für einen zuverlässigen Karabiner, da das Material an sich sehr leicht ist, zudem auch leicht zu bearbeiten und noch dazu relativ günstig ist.

Schritt 1

Das Alu wird zuerst vom Alu-Hersteller in Form langer Stangen (~ im Durchmesser des zukünftigen Karabiners) produziert. Diese Stangen werden, nachdem die Qualität geprüft worden ist, in der nun folgenden "eigentlichen" Karabiner-Produktion in kurze Stücke geschnitten. Biegewerkzeuge und Prägestempel sorgen dafür, dass in nur drei Arbeitsschritten die Form des Karabiners festgelegt wird.

Schritt 2

Schon beim nächsten Arbeitsschritt werden Hersteller, CE-Zeichen, Nummer der Prüfanstalt, Produktionsnummer, sowie die Festigkeitswerte am Karabiner "verewigt". Diese Biegevorgänge finden normalerweise bei kaltem Zustand statt. Man spricht hier von Kaltverformung. Hat der Karabiner jedoch eine "ausgefallene" Form, wie z.B. der NUMBER ONE oder der ATTAC von SALEWA, so kann das Alu nur bei hoher Temperatur verformt werden, weil viel Material verdrängt werden muß. Hier - zur Heißverformung - muß das Material also erhitzt werden. Dies ist auch der Grund dafür, warum diese Art der Karabiner nicht nur in der Herstellung, sondern auch im Verkauf etwas teurer sind als herkömmliche Karabinerformen.

Schritt 3

Was nun noch fehlt oder etwa zuviel an Material da ist, wird mit Fräsern bearbeitet. Die Fräser entfernen überschüssige Ecken und Kanten, die durch den Prägevorgang entstanden sind. Ebenso sorgen sie dafür, dass der Schnapper später Platz findet und einrasten kann.

Schritt 4

Was der Karabiner jetzt noch braucht, ist eine Wärmebehandlung. Diese sorgt dafür, dass Verspannungen abgebaut werden und die Festigkeit des Karabiners erhöht wird.

Schritt 5

Zu guter Letzt geht´s nun ab in eine Art "Riesen-Waschmaschine": In großen Trommeln schleifen hier pyramideförmige Keramik-Teile den Karabiner von allen Seiten ab und polieren ihn. Soll nun der Karabiner noch farbig werden, ist der letzte Schritt ein Eloxal-Bad. Durch diese spezielle chemische Behandlung ist es möglich die Oberfläche zu färben. Aufgrund der sicherlich notwendigen Umweltauflagen ist dieses Verfahren vergleichsweise teuer, so dass sich der Preisunterschied zwischen farbigen und blanken Karabinerhaken leicht erklären läßt.

Schritt 6

Die Produktion des Schnappers erfolgt in gleicher Weise, wie oben beschrieben. Das Ende der Produktion findet nun bei der sogenannten "Hochzeit" statt: die Verbindung des Karabinerkörpers mit dem Schnapper. Damit dieser sich auch selbständig schließt, befindet sich im Inneren des Schnappers eine kleine Blattfeder. Um wirklich sicher zu gehen, dass der Karabiner einwandfrei gefertigt wurde, testet die Firma SALEWA jeden einzelnen Karabiner mit 3 kN. Aus jeder Serie werden so natürlich mehrere Karabiner auf Herz und Nieren geprüft und soweit belastet bis sie brechen. Die erzielten Werte müssen z.B. nach SALEWA´s eigenen Richtlinien mindestens um 10 % über den am Karabiner angegebenen Werten liegen.

Foto oben: Die einzelnen Schritte der Herstellung im Gesamten

Foto unten: eine der komplizierteren Karabinerformen (Caracho free) - entstanden durch Heißverformung:

So, nun hoffen wir, Euer Wissen ein wenig bereichert zu haben. Bei weiteren Fragen zur Karabiner-Produktion könnt Ihr Euch gerne an die Redaktion wenden. Wir werden die Fragen weiterleiten und so schnell wie möglich beantworten.


Salewa & Produkte

KARABINER CHARACHO FREE

Sportkletterkarabiner in der Tradition des NUMBER ONE. Durch farbige GRIP-CLIPS aus Zwei-Komponenten-Kunststoff am Karabiner-Rücken liegt er auch in Grenzsituationen sicher in der Hand. Keine Querbelastung mehr durch Schlingen-Fixierung. Mit geradem Schnapper.

KARABINER HOT SCREW

Kletterkarabiner in lastoptimierter Trapezform (siehe Foto ganz oben). Eingeleitete Kräfte z.B. bei einem Sturz ins Seil werden über die Längsachse übertragen. Eine Schnapper-Offen-Festigkeit von 8kN zu einem günstigen Preis macht ihn anderen Karabinern überlegen. Mit Schraubverschluß gegen unbeabsichtiges Öffnen. Mit geradem Schnapper.

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