News 10/2002, Christian Bindhammer

Mit einem furiosen Doppelschlag konnte Christian die zwei schwierigsten Routen Italiens wiederholen. Zuerst bezwang er am 5.Oktober die mittlerweile schon fast berühmte "Underground" in Arco.
Vom Charakter muß man die Tour als 20 Meter Dach mit drei Boulderpassagen beschreiben, die es gilt, aneinander zu reihen. Dabei ist die erste Schlüsselstelle (ca. Fb 8a) besonders schulterkraft- und spannungsbetont. Nach einer guten Ruheposition gilt es dann, eine unangenehme, etwas wackelige Stelle und einen weiten Dynamo (ca. Fb 7b+) zu überwinden. Es folgt noch einmal ein Rastpunkt, bevor es in die 18 Züge lange Endpassage(ca. Fb 8a) an schlechten Slopern geht, bei der sich die wenigen Fußtritte völlig an den falschen Stellen befinden.
Viermal kletterte Christian bereits bis zum letzten schweren Zug, musste aber dort jeweils der Schwerkraft folgen. Erst am Samstag gelang ihm dann der Durchstieg im 3. Anlauf.
Dem aber nicht genug, machte er sich auf den Weg ins Aosta Tal, wo erst kürzlich Alberto Gnerro sein lang bestehendes 9a Projekt am "Tetto Sarre" am 11. September klettern konnte. Schon im Sommer hatte Christian einige Tage an der Route probiert, wobei die Bedingungen und auch die Form nicht für einen Durchstieg reichten. Diesmal schien es aber anders zu sein. Schon beim nochmaligen "Durchbouldern" konnte er die Züge fast problemlos klettern und tatsächlich gelang ihm gleich im nächsten Versuch die Begehung der "Ground Zero"(9a)(8. Oktober). Christian dazu: "Das war ein 150% Go, der einem vielleicht nur 2-3 mal in 10 Jahren gelingt. Der Wille war stärker als eigentlich meine Kraft und Ausdauer!"
Doch auch vor dem Trip nach Italien konnte er im Frankenjura schon einige Touren abhaken.
Ganz besonders freute sich Christian über den Erfolg in der Route "Showdown"(8c)(2. Oktober). Zwar ist "Showdown" nur mit 8c bewertet, dennoch ist sie persönlich für Christian deutlich mehr: "Anschlagzüge an Löchern, meine absolute "Antikletterei". Ich kann hier gut erkennen wie man an seinen Schwächen arbeiten kann und welche Steigerungsmöglichkeiten es für mich noch gibt!"
Zusätzlich gelang ihm am 21 September die erste Wiederholung der kürzlich von Michael Schlotter erstbegangenen Route "17 und 4"(11-) am Wüstenstein nach einmaligen "Ausbouldern" gleich im darauffolgenden Versuch. Insgesamt und nicht nur Aufgrund der sehr schnellen Begehung schätzt er allerdings das Ganze einen Grad niedriger als vorgeschlagen ein.
Melanie Schöffl
