Free NRW Info 1-2002: "Es geht voran"


Pressemitteilung

Liebe Kletterinnen und Kletterer,

Seit dem Aktionstag gab eins das andere, so dass wir reichlich zu tun hatten und daher zum einen keine Zeit war Euch zu informieren und wir zum anderen zunächst keine näheren Details unserer Aktivitäten an die große Glocke hängen wollten (was wir weiterhin auch nicht tun werden). Man weiß ja nie, denn unsere "Freunde" hören sicherlich mit, und denen müssen wir nicht gleich
mitteilen was gerade läuft - das wäre wohl eher kontraproduktiv.

Dafür stellen sich mittlerweile die ersten Fortschritte ein, wie Ihr den nachfolgenden Informationen entnehmen könnt - auch wenn diese sich zur Zeit noch nicht konkret auf die gesperrten Klettergebiete auswirken. Nachfolgend unsere KurzInfos zu den einzelnen Gebieten. Alles weitere "offizielle" erfahrt Ihr auf unserer Internetseite, die übrigens nur wenige Tage nach dem Aktionstag ins Internet gestellt wurde.

Bruchhauser Steine

Kurz nach dem Aktionstag erfuhren wir, dass sich das Landschaftsplanverfahren "Olsberg" in Bearbeitung befindet, welches auch die Bruchhauser Steine mit einschließt. Daraufhin wurden zunächst alle bestehenden Gutachten bzw. gutachterlichen Stellungnahmen und ehemaligen Kletterführer zusammengetragen. Zugleich wurde begonnen die in Entwurfsform vorliegende Kletterkonzeption Sauerland (Teilgebiet Bruchhauser Steine) entsprechend zu überarbeiten und diese dann in eine repräsentative Form gebracht. Die Konzeption wurde am 13.12. Vertretern aller 4 Landtagsfraktionen überreicht. Sie belegt, daß bei einem Verzicht auf ca. 80% der Felsoberfläche, darunter alle für den Naturschutz interessanten Bereiche, nur etwa 20% aller Kletterrouten gesperrt werden müssten. Die Konzeption kann von unserer FREE-NRW-Seite kostenlos herunter geladen. Neben einer umfangreichen Fotogalerie findet sich diese auch auf der Internetseite www.klettern-in-bruchhausen.de von Gisbert Hecker (DAV Essen).

Nach dem Koordinationstreffen von DAV, JDAV, NKBV und IG Klettern am 16. Februar diesen Jahres wurden erste Gespräche mit Vertretern des Hochsauerlandkreises geführt und diesen ebenfalls die Kletterkonzeption überreicht. Dabei stellte sich heraus, daß es um unsere Chancen für Bruchhausen vielleicht besser bestellt ist als bislang gedacht.

Hohensyburg

Auch der Landschaftsplan (LP) "Dortmund-Süd", in dem das Klettergebiet Honhensyburg liegt, sollte nach ersten Informationen noch nicht abgeschlossen sein. Daraufhin wurde Kontakt mit dem Umweltamt Dortmund aufgenommen und es stellte sich heraus, daß dem nicht so ist. Das Verfahren wurde letztes Jahr abgeschlossen und der Landschaftsplan vom Regierungspräsidium Arnsberg genehmigt. Für dieses Gebiet kam unsere Initiative ein Jahr zu spät. Das Kletterverbot besteht somit weiterhin. Wie uns das Umweltamt der Stadt Dortmund ebenfalls mitteilte sieht der LP bzw. der Pflegeplan Gebietskontrollen und eine wirksamere Einzäunung der Felsen vor.

Nordeifel

Dank des Engagements des DAV-Landesverbandes hat der Umweltausschuss des Kreises Düren für den beinahe fertigen LP "Kreuzau/Nideggen" eine geringfügige Nachbesserung beschlossen. Demnach würden die Hinkelsteine 1 bis 4 und die Zwei Brüder wieder freigegeben werden und die Burgwand dem Klettersport, wenn auch vermutlich nur befristet weiterhin zur Verfügung stehen. Sofern keine naturschutzfachlichen Gründe dagegen stehen, kann auch die Freigabe weiterer Felsen möglich sein. Voraussetzung für diese Regelung ist aber, dass die Kletterverbände vertragliche Gebietsverantwortung übernehmen, wozu sowohl DAV als auch IG Klettern ihre Bereitschaft bekundet haben. Bündnis90/Die Grünen, BUND und NABU des Kreises laufen derzeit Sturm gegen diesen Beschluß, dem sich noch der Kreistag und die Bezirksregierung anschließen müssen, bevor er rechtswirksam wird. Die entsprechenden Veröffentlichungen können auf unserer FREE-NRW-Seite sowie der Homepage von Thomas Karwath
(http://home.t-online.de/home/t.karwath/rureifel.htm), zzgl. zahlreicher Artikel der Dürener Tagespresse, nachgelesen werden. Ob sich der in der Nordeifel zur Zeit geplante Nationalpark negativ auf die Zukunft des Klettersports im Rurtal auswirken könnte ist noch unklar. Der DAV-Landesverband und die am 13. September neugegründete IG Klettern Nordeifel sind diesbezüglich am Ball.

Landtag NRW

Dank des Aktionstages und des Antrags der FDP "Sportklettern in NRW wieder ermöglichen" vom 05. Oktober 2001 ist unser Sport wieder Thema im Landtag geworden, welches auffgrund des laufenden Landschaftsplanverfahrens "Olsberg" (Bruchhauser Steine) auch sogleich einen aktuellen Bezug erhielt. Als erster größerer Erfolg sind daher die Zusagen der Landtagsfraktionen von CDU, FDP und auch SPD zu werten sich für einen gerechten Ausgleich von Klettern und Naturschutz in NRW einzusetzen. Auch ein Abgeordneter der Grünen hat uns seine Unterstützung zugesagt, unter der Voraussetzung, daß wir "unsere Hausaufgaben machen". Zwar wurde der Antrag der FDP in der Sitzung des Sportausschusses am 18. März abgelehnt, doch wiegen die Zusagen der Fraktionen und auch die von Minister Vesper dieses wieder auf. Die Pressemitteilungen der Fraktionen sowie die Rede von Minister Vesper haben wir Euch als Anhang angefügt. Diese stehen Euch aber selbstverständlich auch auf unserer FREE-NRW-Page als Download zur Verfügung.

Wie werden wir weiter vorgehen?

Ganz einfach, wir werden "unsere Hausaufgaben" machen, Schritt für Schritt und jeder davon will genau überlegt sein. Wir werden, wie bisher, nichts dem Zufall überlassen. Wir werden agieren und nicht reagieren. DAV und IG Klettern haben dafür ihre Kräfte gebündelt. Das nächste Koordinationstreffen aller Aktiven ist für Ende Juni in Essen geplant. Wer gedacht hat, daß mit dem Aktionstag allein schon etwas erreicht werden könne, den müssen wir enttäuschen. Mehrere 100, Protestplakate schwenkende Kletterer bewirken leider nicht, daß bestehende Kletterverbote sofort aufgehoben werden. Die eigentliche Arbeit hat erst nach dem 20. Oktober angefangen und die hat leider nicht den Flair und die emotionale Komponente eines Aktionstages und wird noch geraume Zeit in Anspruch nehmen.

Was könnt Ihr tun?

1. Informiert Euch über die aktuellen Geschehnisse auf der eigens für FREE NRW erstellten Internetseite: http://www.ig-klettern.de/free-nrw.htm . Dort findet Ihr sämtliche "offiziellen" Informationen über FREE NRW, darunter
Fotogalerien zum Aktionstag und den Klettergebieten, die Mailadressen unseres Netzwerks, Downloads, Links und alles andere.

2. Meldet Euch bei den Koordinatoren unseres NETZWERKs, damit Ihr unsere Vorhaben und Aktionen unterstützen könnt, wie z.B. die nachfolgenden 4 Aktionen.

3. Macht mit bei der PROTESTBRIEF-AKTION. Alles notwendige an Informationen und Vorlagen dazu findet Ihr auf der Homepage der DAV-Sektion Siegerland (http://www.dav-siegerland.de/). Zu verlieren haben wir nichts, gewinnen können wir aber viel. Anm.: Übrigens, unter den ersten 100 Einsendungen verlost die Landesregierung NRW Benzingutscheine für Kletterfahrten in benachbarte Bundesländer (is´n Scherz).

4. Beteiligt Euch an der INTERNETUMFRAGE der Stadt Dortmund zur Sportstättenentwicklungsplanung und fordert die Aufhebung des Kletterverbotes an den Felsen der Hohensyburg. Stellt heraus wie wichtig diese für Euch sind (Link zur Umfrage: s. unsere FREE-NRW-Page, News Nr. 25).

5. Sammelt weiter Unterschriften (wir brauchen sie). Die Unterschriftenliste findet Ihr ebenfalls auf unserer FREE-NRW-Page zum downloaden.