Von Dr. Wolfgang Wabel
Marietta Uhden war großartige Dritte beim Weltcup in Yekatrinburg (Russland). Nach einigen Wochen daheim und schon lange wieder auf andere Ziele konzentriert, kam die große Ernüchterung die Disziplinarkommission der UIAA/ICC hatte Marietta nachträglich mit einer roten Karte belangt, das bedeutet: Disqualifikation, Punkte weg, Preisgeld weg. Was war passiert?
Die russischen Veranstalter des Weltcups hatten die Siegerehrung des Schwierigkeits-Wettbewerbs auf den Abend des Tages nach dem Wettkampf gelegt. Der Rückflug für das DAV-Team war schon Wochen vor dem event auf den Tag nach dem Wettkampf gebucht. Wohlwissend dass die Sportler, insbesondere die drei Ersten, bei der Siegerehrung anwesend sein müssten, wurden die Veranstalter sowie die ICC-Offiziellen darüber informiert. Der Hauptschiedsrichter Fabrizio Minnino (I) war über die Situation nicht begeistert, zeigte aber von sich aus nicht die rote Karte, sondern leitete die Angelegenheit an die Disziplinarkommission weiter. Diese sah die Sache sehr strikt und war der Meinung, dass der DAV nicht ausdrücklich um Erlaubnis fragte, sondern lediglich über die mögliche Absenz informierte. Das Referat Spitzenbergsport unternahm verschiedene Anstrengungen, um diese sehr unbefriedigende Sachlage zu ändern, was schließlich gelang.
Das Referat Spitzenbergsport freut sich, dass die Angelegenheit durch Rücknahme der roten Karte zugunsten der Athletin entschieden wurde und dankt für die Unterstützung durch Teamchef Peter Naumann sowie Martin Joisten, der sich als erfahrener internationaler Schiedsrichter einschaltete.