Geheimnisvolle Welt Tibet - Ausstellung 2002


Tibet - geheimnisvolle Welt 22. Februar bis 11. August 2002 in Rosenheim- Pressetext

Wohl kein anderes Land der Welt hat die Wissbegierde und das Interesse der Menschen im Westen seit vielen Generationen so sehr erregt, wie Tibet. Jahrhunderte lang war Tibet, zumindest für Reisende aus dem Westen ein "verbotenes Land" und bis heute hat es sich einen Rest des Geheimnisvollen bewahrt. Heute, da Tibet auch für den unternehmungslustigen Fernreisenden erreichbar geworden ist, ist es uns näher gekommen, in seiner traditionellen unverfälschten Kultur und Lebendigkeit jedoch ist es ferner als zuvor. So ist in vielen Menschen auch heute noch der Wunsch lebendig, einen Blick in die geheimnisvolle Welt des alten Tibet zu erhaschen.

Einen Einblick in die traditionelle Kultur und Lebensweise Tibets zu vermitteln ist die Absicht des Wiener Ethnologen und Kunsthistorikers Dr. Gerhardt W. Schuster, der mit seinem vielschichtigen und lebendigen Ausstellungskonzept schon im Jahr 2001 in Österreich sehr erfolgreich war und mit einer ähnlich konzipierten Tibet-Ausstellung auf der Schallaburg in Niederösterreich sehr viele Besucher begeistert hat. Für den Lokschuppen ist in enger Zusammenarbeit zwischen dem Kurator Dr. Schuster, dem Ausstellungsgestalter Michael Quest und dem Team der Veranstaltungs- und Kongress GmbH eine noch aufwändigere Erlebnisausstellung entstanden, die über 800 wertvolle Exponate aus sieben europäischen Museen und ebenso vielen bedeutenden Privatsammlungen umfaßt. Großformatige Panoramafotos und zahlreiche Bilder aus dem Alltagsleben der Tibeter und aus dem religiösen Bereich sowie aus der Welt der einst so zahlreichen tibetischen Klöster tragen wesentlich zur Illustration und Belebung der Ausstellung bei.

Der Bogen der Ausstellungsthemen spannt sich von der Lebensform der tibetischen Nomaden über die Ernährungsgrundlagen der Tibeter bis zur traditionellen Kleidung und das bei den Tibeter/innen so ausgeprägte Schmuckbedürfnis. Auch so wichtige Charakteristika traditioneller tibetischer Lebensweise wie Magie, Astrologie und Orakelwese werden durch besonders seltene und faszinierende Exponate illustriert. In einem imponierenden dreidimensionalen Mandala versammeln sich die wichtigsten Gottheiten und Bodhisattvas des Mahayana-Buddhismus und die zahlreichen fein gemalten Thangkas und vielfach vergoldeten und edelsteinbesetzten Buddhas und Götterskulpturen machen deutlich, daß die religiösen Bildwerke des tibetischen Buddhismus zu den bedeutendsten Kunstschöpfungen der Menschheit zählen.

Im Zentrum des Mandala thront die 99 cm große vergoldete Statue des Tschenresig, des "Bodhisattva des grenzenlosen Mitgefühls", als dessen Reinkarnation der jeweilige Dalai Lama von den Tibetern aufs Höchste verehrt wird. Besonderes Augenmerk wurde auch der Lebenswelt der buddhistischen Mönche geschenkt, deren Alltag und religiöse Zeremonien durch zahlreiche Exponate illustriert werden. Der Nachbau einer Mönchszelle und einer tibetischen Klosterküche gewähren einen Einblick in diese, allen Außenstehenden weithin unzugängliche Welt. Auf Grund der zahlreichen Leihgaben unterschiedlicher Provenienz wurde es sogar möglich, einen mit Originalinventar ausgestatteten tibetischen Tempelraum zu installieren, dessen mystische Atmosphäre durch die Untermalung mit Ritualmusik und Mönchsrezitationen noch gesteigert wird.

Den Abschluß der Ausstellung bilden die zahlreichen religiösen Feste Tibets, vor allem die magischen, auf vorbuddhistische Wurzeln zurückgehenden Cham-Tänze, die durch ungemein eindrucksvolle Tanzmasken vorgestellt und durch einen parallel dazu laufenden Videofilm in Aktion gezeigt werden. Im Medienraum wird zusätzlich der Film "Tibet - Leben auf dem Dach der Welt" vom Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) gezeigt.

Ort:

Zeitraum:

Infos: