DAV Meldung:
MÜNCHEN. – In den vergangenen Tagen ist der von Skitourengehern und Tiefschneefahrern lang ersehnte Pulverschnee endlich gekommen, allerdings regional in recht unterschiedlichen Mengen und überwiegend am nördlichen Alpenrand. Für die Tiefschneefreaks bedeutet dies jedoch nicht nur „Powderalarm", sondern vor allem „Lawinenalarm"!
Die Lawinenwarnzentralen von Vorarlberg über Tirol und Bayern bis Salzburg geben derzeit die Warnstufe 3, erhebliche Lawinengefahr, in
Teilgebieten sogar 4, große Lawinengefahr, aus. Abfahrten im ungesicherten Skiraum und Skitourenmöglichkeiten sind damit stark eingeschränkt.
Besonders gefährdet sind vor allem die Steilhänge in den Hochlagen oberhalb der Baumgrenze, da die Stürme am vergangenen Wochenende große Schneemengen verfrachtet und als gefährliche Schneebretter abgelagert haben. Die anhaltend sehr tiefen Temperaturen verzögern eine Setzung und Verfestigung der Schneedecke, so dass die kritische Situation über das Wochenende anhalten wird.
Tiefschneefahrer und Skitourengeher sollten sich also vorab genau über die Verhältnisse informieren und ein Gebiet mit geringeren
Neuschneemengen wählen. Auf Steilhänge oberhalb der Waldgrenze sollte derzeit verzichtet werden.
Infos zur aktuellen Situation gibt es unter www.alpenverein.de, Lawinenlagebericht. Daneben ist jedoch auch die richtige Tourenplanung
entscheidend, um das Lawinenrisiko auf Tour möglichst gering zu halten.
Die Tourenvorbereitung
Bei der Tourenplanung sollte man mögliche Gefahrenstellen (steile Hänge, Mulden etc.) bereits auf der Karte ausfindig machen und bei zu hohem
Risiko eine andere Route aussuchen. Bereits vor dem Start werden auf der Karte Checkpunkte festgelegt, von denen aus die tatsächlichen
Verhältnisse im Gelände beurteilt und weitere Entscheidungen gefällt werden. Für alle Fälle sollte eine Ausweichtour geplant werden, denn eine reizvolle Alternative erleichtert den möglicherweise notwendigen Verzicht.
Vor dem Start sollte man auf jeden Fall nochmals die Ausrüstung checken: Verschüttetensuchgerät, Schaufel und Sonde gelten als Standard-
Notfallausrüstung. Handy, ABS-Rucksack oder Avalung sind sinnvolle Ergänzungen. Vor dem Loslaufen werden die VS-Geräte gegenseitig
gecheckt.
Auf Tour
Bei Schneeschuh- bzw. Skitouren sollte das Gelände vor Ort an den festgelegten Checkpunkten nochmals beurteilt und der eigene Aufstiegsweg
festgelegt werden. Dabei sollte man auf jeden Fall auch der Versuchung widerstehen, bereits vorhandenen Spuren blind zu folgen!
Falls sich die Sichtverhältnisse unterwegs (z. B. durch Nebel oder Schneetreiben) verschlechtern, sollte man auf jeden Fall umkehren. Bei solchen Wetterlagen
kann man sich nur schwer orientieren. Gefahrensituationen werden evtl. falsch beurteilt.
Entscheidungshilfe für Einsteiger – die SnowCard
Wintersportlern, die sich im ungesicherten alpinen Gelände bewegen, steht mit der „SnowCard" eine gute Entscheidungshilfe zur Beurteilung der
Lawinengefahr zur Verfügung. Die handliche Plastikkarte mit Hologramm kann bei der Planung und vor Ort helfen, eigenverantwortlich die richtigen,
oft überlebenswichtigen Entscheidungen hinsichtlich der Lawinengefahr zu treffen.
Die Sektionen des DAV bieten eine praxisorientierte Ausbildung zur Risikoabschätzung der Lawinengefahr an. Im Internet unterwww.alpenverein.de, Rubrik
Sektionensuche, findet man alle Sektionen des DAV.