MÜNCHEN.– Ein Lawinenabgang bei Kühtai/Tirol hat am Dienstag Nachmittag (22. Februar) drei Todesopfer gefordert. Zwei der Verunglückten (69 und 66 Jahre) stammen aus dem Münchner Raum, der Dritte (64 Jahre) aus dem Raum Berchtesgaden. Der Deutsche Alpenverein e.V.
bedauert diesen Unfall sehr und spricht den Hinterbliebenen sein tiefstes Mitgefühl aus.
Eine insgesamt 17 Personen umfassende Gruppe des Deutschen Alpenvereins war am Dienstag morgen zu einer Skitour auf den 3016 m hohen
Sulzkogel aufgebrochen, geführt von zwei erfahrenen Tourenleitern. Gegen 14.20 Uhr wurden kurz unterhalb des Gipfels zehn Mitglieder der Gruppe
von der Lawine mitgerissen. Mindestens drei von ihnen wurden total, mindestens vier teilverschüttet. Sie wurden von den übrigen Mitgliedern
innerhalb ca. einer halben Stunde aus den Schneemassen ausgegraben. Da alle Gruppenmitglieder die Standard-Lawinennotfall-Ausrüstung
(Schaufel, Sonde, Piepser) bei sich hatten, war eine schnelle Kameradenrettung möglich. Dennoch konnte ein Mann nur noch tot geborgen werden,
zwei weitere Skibergsteiger starben im Laufe der Nacht in der Innsbrucker Klinik. Zur Zeit wird die Gruppe von einem Kriseninterventionsteam vor Ort betreut.
Ein Experte des Deutschen Alpenvereins war am Mittwochmorgen im Kühtai, um den genauen Unfallhergang zu klären. Demnach löste die Gruppe
ein Schneebrett im südseitigen Gipfelhang des Sulzkogels aus. Das Schneebrett erreichte eine Breite von bis zu 80 m und hatte eine Sturzbahnlänge
von 400 m. Die Lawinenwarnzentrale Tirol hatte für den 22. Februar eine erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3 auf der fünfteiligen Skala) ausgegeben.
Bei Stufe 3 ist es für Skibergsteiger besonders schwierig, die lokalen Gefahrenstellen richtig einzuschätzen, da sichere und unsichere Bereiche sehr dicht nebeneinander liegen. Aufgrund der laufenden Ermittlungen der Alpingendarmerie kann zum jetzigen Zeitpunkt keine endgültige Bewertung des Unfallhergangs erfolgen.
Seit letztem Winter läuft eine Untersuchung der DAV-Sicherheitsforschung zum Verhalten von Skibergsteigern. Ziel ist es, die Sicherheit beim
Skitourengehen weiter zu erhöhen. Der jetzige tragische Unfall wird detailliert untersucht, um weitere wichtige Schlüsse für die Unfallvermeidung zu
ziehen. Dennoch muss man sich immer vor Augen führen, dass es im winterlichen Gebirge keine absolute Sicherheit gibt.