Marietta Uhden erklärt Karriereende im Wettkampf, aber nicht im Gebirge


Rückblick auf eine erfolgreiche Laufbahn als Sportkletterin

MÜNCHEN. – Marietta Uhden hat mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei den World Games in Duisburg ihre Position als die deutsche Nummer 1 im Sportklettern einmal mehr unter Beweis gestellt – und damit auch ihr großes sportliches Können bestätigt. Nach 15 professionellen Jahren im Klettersport verabschiedet sich die gebürtige Münchnerin jetzt von der Wettkampfbühne und hat vor wenigen Tagen ihr internationales Karriereende bekannt gegeben. Voller Faszination und Passion für ihren Beruf hat sie den Klettersport die vergangenen Jahre bereichert. 

Auch in der Saison 2005 erzielte die Spitzenkletterin neben dem erfolgreichen 3. Platz bei den World Games in Duisburg mit einem 18. Platz beim UIAA Worldcup in Imst, einem 1. Platz beim Deutschen Sportklettercup in Kempten und Platz 11. beim UIAA World Championship in München viele gute Platzierungen. 

Voller Stolz kann sie daher zurückschauen und ihre vielen internationalen Erfolge noch einmal Revue passieren lassen. Begonnen hat der Spaß an der Kletterei 1989 mit ersten Versuchen im Fels am Gardasee. Mit viel Talent und Ehrgeiz kletterte Marietta Uhden bereits 1991 an die nationale Spitze und von dort 1992 mit dem 6. Platz beim Worldcup in Birmingham zum internationalen Durchbruch. 
Es folgten 1., 2. und 3. Plätze bei Weltmeisterschaften, Worldcups und beim deutschen Sportklettercup. 2000 zeigte sie auf eindrucksvolle Weise mit einem 1. Platz im Bouldern beim Weltcup in München, einem 3. Platz bei der Europameisterschaft in München sowie zwei Siegen beim Sportklettercup in München und Scheidegg ihre nationale und internationale Spitzenposition.

Neben ihren Erfolgen im Wettkampfklettern erzielte die Münchnerin aber auch viele Spitzenleistungen im Naturfels. Eine ihrer ganz großen Leistungen war im Jahr 1999 die erste Damenbegehung der Route Wassermusik am Schleierwasserfall in Österreich. Die Route mit einem Schwierigkeitsgrad von 10+ zählt weltweit zu den schwierigsten Sportkletterrouten, die je von einer Frau geklettert werden konnten. 

Eine letzte Chance die Ausnahmesportlerin noch einmal live zu erleben, ist die Deutsche Meisterschaft in Forchheim am 5.11.2005. Danach wird sich Marietta Uhden auch aus der nationalen Wettkampfszene verabschieden und sich vermehrt in ihrer Kletterschule in Gaißach (Bad Tölz) engagieren. Entsprechend ihrem Motto Body&Climb, klettern und wohlfühlen, wünscht der DAV ihr auch für die Zukunft viel Erfolg. 

Marietta Uhden: Noch lange kein Karriereende - Neue Ziele im Gebirge

MÜNCHEN. – Nachdem Marietta Uhden vor wenigen Tagen das Ende ihrer internationalen Wettkampfkarriere erklärt hat, plant sie nun die Zeit „danach". Der DAV hat ein kurzes Interview mit der Kletterin geführt.

Marietta, was war der Grund für Dich, das Ende Deiner internationalen Wettkampfkarriere zu erklären? 
Nach über zehn erfolgreichen Jahren an der Weltspitze habe ich mich entschlossen, meine Laufbahn als Wettkampfkletterin zu beenden. Während dieser Zeit hatte ich beim Klettern immer zwei Schwerpunkte: ich bin draußen am Fels schwere Routen geklettert, gleichzeitig musste ich aber auch viel Energie und Zeit in das Wettkampftraining stecken. Deshalb habe ich mich entschlossen, mich in Zukunft voll auf eine Sache zu konzentrieren und dem Fels „den Vorzug" zu geben. Gleichzeitig war der Gewinn der Bronzemedaille bei den WorldGames ein guter Abschluss meiner Wettkampflaufbahn und meines Comebacks nach der schweren Schulterverletzung.

Was kommt für Dich nach Ende Deiner erfolgreichen Laufbahn als Wettkampfkletterin? 
Mein größter Traum ist es, in den französischen 9. Grad vorzudringen und entsprechend schwere Routen in den Alpen zu klettern. Darüber hinaus möchte ich auch einzelne Routen neu erschließen und Erstbegehungen machen. 

Wie sieht Dein weiteres Jahr 2005 aus?
Zur Zeit bin ich viel in den Dolomiten und im Zillertal unterwegs und gerade dabei, mich am Fels wieder richtig wohl zu fühlen. Bisher ist mir eine Flash-Begehung im Grad 10- geglückt und ich bin kurz davor, einige klassischen Routen im 10. Grad zu realisieren. Im Winter erfülle ich mir dann einen Traum und werden nach Indien fahren – so dass ich zur Sommersaison 2006 richtig gut erholt und fit bin, um meine großen Alpenziele in Angriff zu nehmen. Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg in Deiner weiteren Karriere als Felskletterin!