MÜNCHEN.– „Wir lassen uns nicht für einen Streit instrumentalisieren, der so sinnlos wie überflüssig ist und bei dem es am Ende nur Verlierer geben wird", so Thomas Urban, Hauptgeschäftsführer des DAV zu den aktuellen Entwicklungen im Fall Günther Messner. „Ausdrücklich distanzieren wir uns jedoch von den überzogenen und im historischen Kontext völlig unangebrachten Vergleichen Messners, seine ehemaligen Bergkameraden hätten ihm dasselbe angetan wie die Deutschen den Juden während des Zweiten Weltkrieges". Diese und andere Vorwürfe – auch gegen den Verein selbst – sorgten nur dafür, dass die bereits in der Vergangenheit sehr emotional geführte Diskussion noch weiter angeheizt wird, so Urban.
Der Deutsche Alpenverein versteht sich als Interessenvertreter aller Bergsportler und damit auch als Plattform für aktuelle alpinistische Diskussionen. Vor diesem Hintergrund hatte das Alpine Museum des DAV im Oktober 2001 den ehemaligen Bergkameraden und heutigen Kontrahenten
Messners, Hans Saler und Max von Kienlin, die Möglichkeit geboten, ihre Bücher zur Nanga-Parbat-Expedition des Jahres 1970 im Haus des Alpinismus vorzustellen. Auch Messner hatte bereits mehrmals den gleichen Rahmen für die Vorstellung seiner Bücher und Publikationen genutzt.
Vorwürfe, Präsidium und Museumsleitung hätten den Messner-Gegnern aus „Unwissenheit" oder „Dummheit" die Möglichkeit der Präsentation eingeräumt, entbehren deshalb jeder Grundlage. Der Deutsche Alpenverein sieht weiterhin keinerlei Notwendigkeit, sich bei den beteiligten Parteien zu entschuldigen – wie wechselseitig gefordert wird. Vielmehr wird der DAV auch in Zukunft die Diskussion zu aktuellen alpinistischen Angelegenheiten zu sich ins Haus holen – ob es sich nun um die Bewertung eines folgenschweren und tragischen Unfalls handelt oder um andere bergsportliche Themen.
Pressetext DAV