MÜNCHEN.– Kurz vor Beginn der Weihnachtsferien werden die letzten Pläne geschmiedet – und viele Urlauber zieht es auch in diesem Jahr wieder in die
Alpen. Auf einen Traum in weiß sollten sie dabei jedoch nicht unbedingt hoffen. „Die Folgen des Klimawandels sind gerade auch in den Alpen
unübersehbar", so Thomas Urban, Hauptgeschäftsführer des DAV, anlässlich des Internationalen Tages der Berge am 11. Dezember.
Nachhaltiger Wintertourismus
Urlauber wie auch Touristiker versuchen seit Jahren, dem Winter hinterher zu laufen – gravierende Folgen sind die Verlagerung von Skigebieten in größere
Höhen, die Neuerschließung von Gletschern und der zunehmende Einsatz von Schneekanonen. „Aktiver Klimaschutz in den Alpen bedeutet jedoch auch, die
Situation so zu akzeptieren, wie sie momentan ist. Auf dieser Basis müssen nachhaltige Lösungen für den Winter-Tourismus in den Alpen gefunden
werden", so Urban weiter.
Nachhaltiger Tourismus – das ist auch das Motto des Internationalen Tages der Berge. Für Winterurlauber bedeutet das in den Alpen z.B.
+ die Folgen des Klimawandels akzeptieren und alternative Urlaubsangebote in den Alpen nutzen – es muss nicht immer der Skiurlaub sein
+ umweltfreundlich anreisen und lieber einen längeren Aufenthalt statt mehrere Wochenend-Trips planen
+ das Reizklima der Alpen zur eigenen Regeneration zu nutzen – Erholung statt
Action
+ die Urlaubspläne den veränderten Gegebenheiten anpassen und Skiurlaube eher nach niederschlagsreichen Zeiten (Februar/März) planen: weiße
Ostern statt weiße Weihnachten.
Unterstützung durch die Politik
Jedes Jahr findet rund um den Tag der Berge auch der internationale Klimagipfel statt. Selbst wenn diese Überschneidung Zufall ist, ergänzen sich
beide Termine in ihrer inhaltichen Relevanz. Denn gerade die Alpen sind ein sehr sensibler Gradmesser für die Veränderungen auf unserem Planeten. Der
DAV begrüßt es daher sehr, dass der neue deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel die Klimapolitik als eine der wichtigsten Aufgaben Deutschlands
betrachtet.
Das wichtigste Steuerungselement für den Klimaschutz in den Alpen ist die Alpenkonvention. Die Vereinbarung steht für eine nachhaltige Entwicklung des
gesamten Alpenraumes – im Bereich Tourismus, aber auch hinsichtlich des drängenden Problems Transitverkehr, bei der Energiepolitik oder der Frage
nach der Entwicklung von alpinen Wirtschaftsräumen. Der Deutsche Alpenverein wünscht sich deshalb vor allem eines: die
langjährige gute Zusammenarbeit mit dem Bundesumweltministerium auch mit der neuen Mannschaft fortzuführen.