Neues Buch von Malte Roeper ist endlich da


Der Himmel für 3 Franken von Malte Roeper

Auch Malte Roepers Erstling "Strategie und Müßiggang" verschlafen? No Problem! Jetzt gibt es die besten Klettergeschichten aus der Strategie (Jourasses, Badile, Freiburger Münster) und einen Querschnitt durch Maltes Schaffen in den letzten Jahren dazu. So was wie `ne "Best Of" CD mit unveröffentlichten Bonustracks.

Daten & Fakten

Leseprobe von der Panico-Webseite

Vertrauen und Bewährung

Rückzug an den Grandes Jorasses

Malte Roeper

Auf der Leschaux-Hütte wurden ihre kühnsten Hoffnungen übertroffen: Außer ihnen waren nur sechs Mann für die Petites-Jorasses-Westwand da, für den in seiner Hochsaison ab Mitte August als überlaufen berüchtigten Walkerpfeiler niemand und für den Crozpfeiler auch niemand. Sie waren die erste Seilschaft des Sommers.
Die Petites-Jorasses-Anwärter schliefen noch, als der Hüttenwirt die zwei Deutschen an den Strümpfen zog. Ruhig und wortkarg erlebten sie ihr Frühstück, den Gang zum Pinkeln, die nächtliche Kälte und den sich bis zu ihrer, der Grandes-Jorasses-Norwand, dehnenden Sternenhimmel, die letzten Handgriffe am Rucksack und den Abschied vom Hüttenwirt. Die Schneeauflage des Gletschers war hartgefroren, so brauchten sie nicht zu spuren. Die strenge Kälte passte genau in ihr Steinschlagkonzept. Sie verliefen sich in einem Spaltenwirrwarr. Sie seilten an. Thomas stieg ungerührt auf den dünnen gefrorenen Schneebrücken tief in eine Spalte hinab, hinüber und hin und her, bis er auf der anderen Seite wieder festen Boden erreichte. Die Szenerie war beeindruckend: Silhouetten gigantischer Eistürme vor dem leuchtenden Nachthimmel, zwischen ihnen eine wackelnde Stirnlampe, die riesige Schatten warf. Steigeisen knirschten im hartgefrorenen Firn, gelegentlich war ein ins Eis fahrender Pickel zu hören und leis in die Tiefe klirrende Eisstückchen. Zufrieden mit der raschen Lösung des ersten und unverhofften Problems erreichten sie den Bergschrund. Die Verhältnisse waren so gut wie erhofft. Christoph und Albert hatten hier von ihrer Droites-Begehung, jedoch später im Jahr, steinige Rinnen angetroffen und waren weiter oben wegen Steinschlag umgekehrt. Der Schüler und der Student stiegen nach dem kurzen Einstiegseishang über Firncouloirs in idealen Bedingungen auf. Diese Couloirs führten von der linken Seite des Pfeilervorbaus in die kleinen Scharten über dem ersten und zweiten Turm. Sie gingen gleichzeitig am kurzen Seil und ungesichert. Erst oberhalb des ersten Turms, in etwa zweihundert Meter Wandhöhe, legten sie Zwischensicherungen, gingen aber gleichzeitig weiter. Thomas war vorher selten in diesem kombinierten Gelände gegangen und kletterte zügig und sehr sicher. "Macht total Spaß!" rief der Schüler. Er war gut gelaunt. Heinrich verstieg sich im nun felsigeren Gelände ein Stück nach links. Er bemerkte seinen Irrtum und kletterte wieder ab, wobei er mit seinen Steigeisen auf einen etwa einen halben Quadratmeter großen Firnfleck stieg, der im Fels hing. Mit seiner linken Hand lehnte er sich etwas nach rechts und suchte nach Haltepunkten, die tiefer lägen, denn er wollte noch weiter absteigen. Da löste sich das kleine Firnstück von der Felsplatte und rutschte ab. Rechts befand sich ein weiterer, etwas größerer Firnfleck. Heinrich schlug sein Eisbeil mit der rechten Hand in diesen Firn. Fast gleichzeitig stand er mit den rechten Frontalzacken und angewinkeltem Bein im gleichen Eisstück und hatte sein Gewicht auf dieses, das rechte Bein, verlagert. Der linke Fuß war im Rutschen am Fels hängengeblieben, und das Firnstück verschwand in der Tiefe. "Scheiße", sagte der Autohändler, "sah aber bestimmt cool aus, oder? Gute Reaktion und so?"
"Ging so."
Kurz darauf musste Heinrich, der weiterhin zuerst ging, nochmal zurück. Sein Pickel hing noch außen am Rucksack, und für ein kurzes Stück wurde es zu steil, um nur mit dem Eisbeil weiterzusteigen. Der Schüler baute sich einen Standplatz und löste dem anderen den Pickel vom Rucksack. Dieser fühlte sich nun ganz in seinem Element. Es war gerade zwischen Dämmerung und Tag, schon hell, aber die Horizonte noch rötlich. Man sah, dass es oberhalb jener zwei Meter wieder leichter würde. Die Rinne verengte sich und steilte sich auf, die begrenzenden Felsen waren glatt. Ein Stück unterhalb der schwierigsten Stelle schlug er einen Messerhaken, der zur Hälfte eindrang. Er band ihn ab und kletterte weiter, ganz Nordwandritter, der sich an der Haut seiner geliebten eisigen Riesin abmüht. Mit grimmiger Freude bemerkte er, dass dieses Stück wirklich sehr schwer war und die Sicherung schlecht. Quietschend fanden seine Frontalzacken kleine Tritte im Fels, er musste weit spreizen und sein Eisbeil nach der letzten Plazierung des Pickels sehr hoch einschlagen, da zwischendrin nur eine dünne Eisschicht auf dem Fels lag.
Beim Eisklettern war das Gehör ein wichtiges Hilfsmittel, da der Klang eines geschlagenen Gerätes viel über seine Haltekraft aus-sagte. Das oberflächliche Eindringen der Haue in hartes Blan-keis verursachte ein anderes und kürzeres Geräusch, als wenn sie tief in morsches, mit Luft durchsetztes Eis hineinfuhr. Das Maß an Vertrauen, welches diese verschiedenen Klänge verdienten, konnte wieder genau das gleiche sein. "Na, was meinst Du?" murmelte er, als sein Beil an der gewünschten Stelle stak, "Das sitzt doch, oder?" Dann stand er in leichtem Gelände, hatte aber noch einige Meter zu einem Felsturm, an dem er sichern wollte. Er hatte nicht genug Seil, denn er war noch irgendwo in der Mitte eingebunden, und der Rest Seil hing in Schlingen über seine Schulter. Er nahm die Schlingen ab und ließ sie fallen. Thomas beobachtete aufmerksam das Seil, er wusste, was der andere tat und wartete darauf, dass sich der nach unten rutschende Strang wieder straffte. Danach wollte er die Sicherung öffnen, soviel Seil einziehen, bis er seinen Partner wieder kurz an der Leine hatte, und ihn erneut in die Sicherung nehmen. Plötzlich schrie er: "Hey, Heinrich, was machst Du denn? Du hast das ganze Seil runtergeschmissen!"
"Wieso das ganze Seil?"
"Dein Ende ist hier unten!"
Heinrich sah nach unten und bemerkte, dass er tatsächlich ohne Seil dastand. "Hurenpisse!" schrie er zurück, "ich war nur in dem Mastwurf drin, in dem ich die Schlingen abfixiert hatte, das Ende war überhaupt nicht fest! Scheiße! Was machen wir denn jetzt, so ein Schwachsinn ist mir noch nie passiert!" Die schwierigste Stelle befand sich zwischen ihnen. Thomas wusste die Lösung: "Du hast doch das andere Seil im Rucksack!" Heinrich brauchte nur das zweite Seil herauszuholen und es zu dem Schüler hinunterzulassen. Er war verlegen, als der andere ihn erreichte. "Wenn Du das zweite Seil gehabt hättest, wären wir schön in der Scheiße gesessen. Ich wäre ja auch nicht wieder runtergekommen. Tut mir leid, ehrlich!"
Der Schüler führte nun weiter und brauchte trotz moderater Schwierigkeiten sehr viel Zeit für eine Länge. Die nächste über-nahm wieder der Student und erreichte die Scharte oberhalb des zweiten Turms. Sie waren jetzt vierhundert Meter hoch. Unendlich langsam kam das Seil vom nachsteigenden Thomas. Noch bevor Heinrich ihn sehen konnte, hörte er seine langgezogenen wimmernden Atemstöße. "Scheiße, das wars. Wie kommen wir hier wieder runter? Er ist krank. Gottverdammt!2 Da kam Thomas um den letzten großen Block herum. "He, Scheiße, wir müssen umkehren, ich bin krank. Mir ist schlecht."
"Ja, ich hab Dich schon schnaufen hören. Was ist es denn?"
"Weiß nicht, mir ist sauübel, hab total keinen Saft mehr, weißt, absolut keinen Dampf. Ich glaub, ich muss bald kotzen. So eine Scheiße, die Verhältnisse sind so optimal. Tut mir leid, dass ich jetzt schlappmache. Scheißescheißescheiße ... phhhh..."
"Komm nicht zu mir hoch, sondern geh da unten rüber auf den Absatz, ich komm zu Dir runter."
Thomas lag auf der Seite und atmete heftig. Er tat Heinrich leid, er wollte nicht in seiner Haut stecken. Als er daran dachte, dass er nun allein den Rückzug organisieren musste, war ihm ebenfalls unwohl. "Was könntest Du denn haben? Wir haben doch das gleiche gegessen."
"Keine Ahnung, aber es ist irgendwas mit dem Magen, auf alle Fälle im Bauch."
"Vielleicht hattest Du ne schimmlige Nuss im Müsli oder eine von den Verschwörungen der Art."
Heinrich überlegte, wo sie abseilen sollten. Denselben Weg wieder hinunter hatte den Nachteil, dass sie, besonders Thomas, den Einstiegseishang würden abklettern müssen, auch hatten sie im Aufstieg keinerlei Abseilschlingen oder -haken anderer Seilschaften gefunden, die sie hätten benutzen können. Im deutschen Montblanc-Führer war eine direkte Rückzugsvariante beschrieben. Sie sollte beim ersten Turm von der Aufstiegslinie abzweigen und durch ein mit Abseilschlingen eingerichtetes Couloir gerade hinunter bis zum Gletscher führen. Er traute dem Führer nicht. Der Weg an der rechten Seite des Turms hinunter sah nicht schlechter aus und mußte theoretisch etwas kürzer sein, denn die Wandhöhe der Jorasses nahm von links nach rechts ab, weil der Gletscher dort weiter hinaufreichte. Er entschloß sich für den Weg durchs Unbekannte. Bedauernd stellten sie fest, dass es erst acht Uhr morgens war, sie also gute Chancen gehabt hätten, ohne Biwak durchzukommen. Thomas fühlte sich jämmerlich. Zum einen meldeten sich die ersten Kitzel des Brechreiz`, zum anderen schämte er sich, dass er dem anderen die Tour vermasselt hatte. Vor allem waren sie noch lange nicht wieder unten. Heinrich hatte Angst vor dem Rück-zug; zwischendurch warf er immer wieder bedauernde Blicke nach oben. "So gute Verhältnisse", dachte er, "und nicht ein Stein ist geflogen. Naja, das kann ja noch kommen." Seinen Partner sah er als technisches Problem: "Wie kriege ich ihn hier wieder runter? Hoffentlich klappt er nicht ganz zusammen."
Immer bevor er selbst abseilte, fixierte der Student seinen Partner startbereit im Abseilachter, damit sich dieser nicht unbeaufsichtigt selbst einhängen musste. Sie erreichten eine flache, sehr brüchige Rinne. Heinrich wusste, daß der Steinschlag vor einem Jahr auf der anderen Seite der Vortürme eins von Christophs neuen Seilen durchschlagen hatte. "Bloß das nicht, bittebitte, bloß das nicht! Dann muss sich Thomas unterwegs während der Abseile umhängen, und zusammengeknotete Seile bleiben doch garantiert ständig überall hängen, uuuah, bitte lass die Seile ganz!"
Er seilte schräg durch die Rinne hindurch, um auf ihre Bergseite zu gelangen. Thomas kam nach, sehr schwach auf den Beinen, doch Herr seiner Bewegungen. Er legte sich bäuchlings auf den Block, der die Sicherung darstellte, und keuchte. Den nächsten Stand richtete der Student schon nach zwanzig Metern ein, um dann mit einer einzigen langen Strecke das folgende Steilstück zu bewältigen. Aber er hatte sich verschätzt, in der nächsten Abseile baumelte er an einem senkrechten, dick vereisten Aufschwung. "Was für ein phantastisches Wassereis!" dachte er, "Oh verdammt, wo soll ich denn hier Stand bauen?" Er blockierte seinen Abseilachter und drückte sich mit den Stiefeln nach links, um nach Hakenrissen zu suchen. Immer wieder rutschte er ab, da er keine Steigeisen trug, und schlug mit den Knien gegen das Eis. "Aua, Scheiße, verdammt, Dreck, Dreck, Dreck! Wo ist jetzt der verdammte Hakenriß, verflucht nochmal, wo bist Du? Komm raus, Du Drecksding, bitte!" Er pendelte ein Stück nach rechts und ließ sich dann noch etwas tiefer. Dort blockierte er wieder seinen Achter und schlug einen Normalhaken, der schnell aufsetzte. Ein Stückchen weiter unten, wo der Riss schmaler war, sang ein Messerhaken hinein, mit perfektem Klang, aber ganz ließ auch er sich nicht versenken. Es war der gleiche, den er im Aufstieg geschlagen hatte. Er band ihn wieder ab und hängte ihn ein. Dann ging er noch ein Stück tiefer, brachte einen Klemmkeil unter, der etwas flach lag, und schlug ihn fest. Seine Gedanken äußerten sich nach einem Zeitraum der Selbstgespräche wieder schweigend: "Ein wackliger Schlingenstand, grusel, grusel, hoffentlich geht das nicht so weiter." Als Thomas ankam, stellte Heinrich sich umständlich auf einen kleinen Tritt, um sein Gewicht aus dem Standplatz zu nehmen, und ließ den anderen zuerst weiterabseilen: "Der Stand ist nicht so doll, besser, wenn wir ihn nicht gleichzeitig belasten. Da unten wird es wieder etwas flacher. Pack Dich irgendwo auf einen Absatz und gib ein paar Meter Seil durch den Achter. Ich komm dann nach und mach den Rest."
"Ist gut."
Als der Student dann wieder zu dem Schüler kam, hatte dieser den neuen Stand bereits fertig eingerichtet und hing wieder matt in seinem Gurt. "Ah, super, Du hast den Stand ja schon fertig. Du bist der Fighter, ehrlich! Noch drei Abseilen oder so, dann lasse ich Dich als ersten über den Bergschrund ab. Dann brauchst Du Dich nur noch auszubinden und bist schon mal auf dem Fußboden."
"Nur noch drei Abseilen? Das reicht doch nie!"
"Naja, mal schauen."
Ein roter Hubschrauber flog aus Richtung Walkerpfeiler vorbei. Sie gaben keine Zeichen. Nachdem der Schüler sich wieder gefangen hatte, wurde Materialmangel zum Hauptproblem. Von ihren sieben Haken und fünf kleinen Klemmkeilen war wenig übrig, alle langen Schlingen waren für die Kräftedreiecke oder als Zackenschlingen verbraucht. An der letzten Abseile erreichten Heinrichs Nerven die größte Anspannung des Tages. Er musste auf einer kompakten Platte Stand bauen. Die schmalen Haken, die er dort hätte schlagen können, hatte er nicht mehr. Er entdeckte einen langen Felskopf, der für eine Zackenschlinge etwas zu rund war. Mit seinem Eisbeil drosch er auf das Schärtchen hinter dem Kopf ein, in das er die Schlinge legen wollte. Tatsächlich konnte er es ein wenig vertiefen. Trotzdem war das ganze noch so rund, dass er eine sehr lange Schlinge brauchte, um die Belastung möglichst steil nach unten zu lenken. "Hilft nix", dachte er, legte eine Stelle seines Seils auf den Fels und schlug mit dem Hammerkopf des Eisbeils darauf ein, bis der Strang sich teilte. Dann knotete er das etwa fünf Meter lange Seilstück zusammen und legte es über den Felskopf. Er zog es so zurecht, dass der Knoten rechts vor der Scharte saß und hängte mit Mastwurf einen Karabiner kurz oberhalb des tiefsten Punktes der Schlinge auf ihrer linken Seite ein. So funktionierte es als Kombination aus Zacken- und Knotenschlinge. Hatte er sich verrechnet und rutschte die Seilschlinge über den Felskopf, würden sie beide den Rest der Wand hinunterstürzen.
Ängstlich ließ er Thomas an dem Stand ab, der Bergschrund war greifbar nahe. Heinrich hatte die Zähne zusammengebissen, atmete gepresst und starrte auf seine Konstruktion. "Fortgeschrittene Seiltechnik, gut, dass er sich das nicht angeguckt hat. Hoffentlich kommt er jetzt über den Bergschrund."
Dem Schüler fehlte bis zum Bergschrund nur ein kleines Stückchen; da er im Seil hing, konnte er sich nicht ausbinden und musste ein paar Meter anklettern, bis er die Seildehnung überwunden hatte. Dann seilte er sich aus und kletterte die letzten vier Meter der Wand ab. Er lief den Gletscher hinab und ließ sich nach zwanzig Metern fallen. Als Heinrich ihn erreichte, lag er noch an der gleichen Stelle und hatte sich übergeben. "Oh Mann, wir sind unten, mir gehts grad wieder schlechter. Naja, der Rest ist zu Fuß."
"Du bist echt der Fighter. Hut ab, ich bin beeindruckt. Du bist so zäh."
Als sie den Weg fortsetzten sagte der Schüler: "Wir müssten es ja eigentlich gut bis Montenvers schaffen, bis zur letzten Bahn. Dann kannst Du morgen gleich wieder los. Dann verlierst Du kein Schönwetter."
"Unterschätz das nicht, von der Hütte bis Montenvers, das sind mindestens acht Kilometer. Und die Latscherei auf dem aperen Gletscher ist ja auch nicht ohne. Das ist zwar öde, aber Du musst ja ständig voll aufpassen. Wenn Du Dich einmal hinpackst, schlägst Du Dir doch die Fresse auf. Wir gehen auf die Hütte, das reicht. Das ist weit genug."
"Der Kerl ist die Härte", staunte der Student, "erst klappt er fast weg, und da kann er ja bestimmt nix dafür, dann reißt er sich im richtigen Augenblick zusammen, seilt zuerst ab, baut Stand, klappt wieder zusammen, dann der Murks für ihn am Bergschrund, und fünf Schritte später bricht er nochmal zusammen. Und jetzt will er sich noch bis Montenvers quälen, nur damit ich, sein Seilpartner, kein Schönwetter verliere. Verrückt. Und das mit zwanzig! Mein Gott, ist der hart. Ich an seiner Stelle würde mich tragen lassen."
Widerwillig ließ Thomas sich seinen Rucksack erleichtern.
Als sie am Mittag des folgenden Tages den Zeltplatz wieder erreichten, war Thomas schon halb wieder hergestellt. Ein, zwei Tage mit viel Essen, und er war vermutlich wieder frisch. Seine Ferien waren fast zu Ende, und angesichts des nun wieder schlechten Wetterberichts entschloss er sich, eine Mitfahrgelegenheit nach Hause bei einigen Landsleuten auszunutzen. Mit "Bis zum nächsten Sommer!" nahmen sie Abschied.

Originaltext aus "Strategie und Müßiggang" (vergriffen!)
Panico Alpinverlag, 1992