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MedForum » Rund ums Knie Teil 1 » retinaculum riss nach patellaluxation » Threadansicht

Autor Thread - Seiten: > 1 <
000
02.02.2006, 20:28 Uhr
sabine79


hallo leute,

mir ist vor einer woche die patella luxiert! und des nach bereits 7 op´s!!!
weis das ich ein knochenödem, bluterguss und einen riss des retinaculum´s hab! (hat der radiologe auf anhieb gleich gesehen) genaueres erfahr ich erst morgen nachdem die bilder komplett ausgewertet wurden!

wie wird denn sowas behandelt? bzw was genau ist dieses retinaculum (oder wie ma des schreibt)

lg, sabine
 
001
03.02.2006, 10:17 Uhr
sabine79


hallo,

kennt sich da niemand aus,wie sowas behandelt wird!?

lg
 
002
03.02.2006, 14:36 Uhr
casi
4

das habe ich bei Google gefunden:

Kniescheiben-Ausrenkung (Patellaluxation):
Das Herausspringen der Kniescheibe nach aussen kann in jedem Alter auftreten. Meist ist es aber ein Problem von jüngeren Leuten. Je nach anatomischer Grundlage kann dies aufgrund einer bereits bestehenden Schwäche oder aufgrund einer adäquaten Krafteinwirkung passieren. Auf jeden Fall zerreisst die innere Führung der Kniescheibe (mediales Retinaculum). Die Kniescheibe spring nach aussen. Meist bleibt die Kniescheibe nicht fixiert, sondern springt spontan zurück. Beim Zurückspringen können Verletzungen im Bereich des Knorpels auftreten. Dies meist wegen Abscherungen von der Rückseite der Kniescheibe beim Zurückspringen über die äussere Oberschenkelgelenkrolle. Wenn dies auftritt, hat der Patient den typischen, schnell auftretenden Gelenkerguss. Im Röntgen sieht man in den Aufnahmen der Kniescheibe eine deutliche Abkippung und Aussenverlagerung der Kniescheibe. Weiter können zum Beispiel kleinere ausgebrochene Splitter dargestellt werden. Je nach Fehlstellung der Kniescheibe nach der Luxation entscheiden wir über die geeignete Therapie.

Therapie:
Falls eine Kniescheibenluxation zu einem deutlichen Bluterguss führt, empfehlen wir meist eine arthroskopische Revision. In diesem Fall wird das Gelenk vom Blut befreit. Anschliessend wird die Kniescheibenrückseite untersucht und allfällige Knorpelläsionen festgehalten. Falls ein grösserer knöcherner Ausriss besteht, wird dieser offen wieder fixiert. Zumeist ist aber die Hauptproblematik der Riss im Bereich des inneren Führungsbandes. Abhängig vom Alter des Patienten oder der Patientin, der Verletzung und der Fehlstellung entscheiden wir uns für eine der nachfolgenden Behandlungsmodalitäten.

Im Falle einer sehr diskreten Fehlstellung unabhängig vom Alter und Geschlecht wird eine alleinige Physiotherapie durchgeführt. Diese dient der Verbesserung der Kniescheibenzentrierung. Bei dieser Behandlung wird vor allem darauf Wert gelegt, dass der Muskelapparat des inneren Oberschenkels aufgebaut wird. Eine Schlusskontrolle mit Röntgenbild wird nach 3 Monaten durchgeführt. Dabei wird entschieden, ob die Behandlung abgeschlossen werden kann.

Besteht eine ältere Verletzung, ist die Patientin oder der Patient bereits älter, oder gleicht sich die Fehlstellung bereits bei einer Beugestellung von 20° wieder gut aus, entscheiden wir uns für eine alleinige äussere Entlastung. In diesem Fall wird arthroskopisch der äussere Bandapparat durchtrennt (lateral Release). Danach kann in der physiotherapeutischen Nachbehandlung eine vereinfachte Medialisierung ( nach innen Führung) der Kniescheibe erreicht werden. In diesem Fall gestaltet sich die Nachbehandlung identisch zur Nachbehandlung unter Punkt 1. Nach einer physiotherapeutisch unterstützten verbesserten Zentrierung wird eine Röntgenkontrolle nach 3 Monaten durchgeführt.

Handelt es sich um eine frische Luxation, steht die Kniescheibe deutlich schräg und besteht auf der Innenseite eine ausgedehnte Rissbildung, entscheiden wir uns für eine arthroskopische Naht und Raffung des inneren Bandes in Kombination mit einer äusseren Lösung (lateral Release). In diesem Fall wird nach vorgängig ausgiebiger Spülung durch eine Miniinzision eine mehrfache U-Naht durch den Kapselbandapparat und die Knochenhaut der Kniescheibe vorgelegt. Bei gut vorgelegten Nähten wird eine äussere Lösung (lateral Release) durchgeführt. Anschliessend können unter visueller Kontrolle mit dem Arthroskop die Fäden auf der Innenseite so geknotet werden, dass die Kniescheibe wieder gut zentriert ist. In diesem Fall gestaltet sich die Nachbehandlung etwas schwieriger. Da eine Naht unter Spannung gemacht wird, ist diese Operation oft in der Anfangsphase vermehrt schmerzhaft. Eine ambulante Behandlung ist meist nicht möglich. Wegen der Schmerzbehandlung bleiben die Patienten meistens mehrere Tage hospitalisiert. Nach der Operation wird das Knie in einer Klettschiene ruhiggestellt. Zur Entlastung in der postoperativen Phase werden Stöcke verwendet. Die Belastung kann nach Massgabe der Schmerzen erfolgen, prinzipiell ist Vollbelastung erlaubt. Die Klettschiene ist für die ersten zwei Wochen zu tragen. In der Nachbehandlung wird eine Beugung ohne Belastung in den ersten zwei Wochen bis 40°, in den zweiten zwei Wochen bis 60° und in den dritten zwei Wochen bis 90° erlaubt. Nach 6 Wochen wird bei gutem Verlauf eine belastete Beugung freigegeben. In diesem Fall kann ein Krafttraining angeschlossen werden. Eine Röntgenkontrolle ist auch hier nach 3 Monaten obligatorisch.

Besteht die Luxation schon mehrere Jahre und sind mehrere Ereignisse aufgetreten, kann oft keine lokale Behandlung mehr durchgeführt werden. In diesem Fall ist eine alleinige arthroskopische Behandlung oft unmöglich. Wir führen zwar unter arthroskopischer Sicht eine äussere Lösung (lateral Release) durch. Anschliessend wird aber offen das innere Drittel der Kniescheibensehne freipräpariert und weiter nach innen verlagert (1/3-Elmslie). So kann eine Zugrichtungsumstellung erreicht werden. Der Erfolg dieser Umstellung kann jeweils mit dem Arthroskop aus dem Gelenk heraus kontrolliert werden. Bei guter Zentrierung wird die Kniescheibensehne in dieser Lage mittels einer Schraube fixiert. Die Nachbehandlung gestaltet sich hier etwas vorsichtiger. Eine Klettschiene ist für 4 Wochen zu tragen. In dieser Zeit kann eine Mobilisation, anfänglich mit halbem, anschliessend mit vollem Körpergewicht erfolgen. Eine belastete Flexion über das Gangbild hinaus ist erst nach 8 Wochen erlaubt.
 
003
03.02.2006, 18:22 Uhr
sabine79


vielen vielen dank!!! kenn mich jetz echt schon besser aus.

war heut beim doc. er meinte es müsse konservativ oder operativ behandelt werden!
hab bisher die schiene die die kniescheibe hält und loss entlassten bzw nicht beugen!
anfang nächster woche hab ich termin bei den leuten die mein knie zuletzt operiert haben! da wird entschieden was gemacht wird!

möcht nur einigermassen wissen worauf ich gefasst sein muss!

gips oder op? wie wird´s normalerweise behandelt?

ps bone bruise sind so kleine risse im knochen oder?

dickes dankeschön

lg, sabine
 
004
03.02.2006, 22:12 Uhr
Aenky
3

Hallo Sabine,

auf keinen Fall ist Gips das Mittel der Wahl. Nach einer Patellaluxation ist nach anfänglicher Ruhigstellung, bei der sich die Strukturen etwas beruhigen können, nach meiner Erfahrung eine relativ schnelle Wiederbewegung sinnvoll. Ein Gips würde nur dazu führen, dass die Muskeln stark abbauen, was das Risiko einer Reluxation deutlich erhöht.
Dass das Retinaculum gerissen ist, ist vollkommen normal. Das passiert stets bei einer Erstluxation.
Was die OP angeht, so würde ich damit auch noch warten. In der Regel wird nicht gleich nach der ersten luxation operiert. Oftmals lassen sich Luxationen auch durch gezielten Muskelaufbau in den Griff bekommen. Ergo: ich würde dir zu konservativer Therapie mit gezieltem Muskelaufbautraining (vor allem des vastus medialis) raten.

Gruß, Aenky
 
005
07.02.2006, 20:35 Uhr
sabine79


hallo,

war heute nochmal beim doc und der hat mir meine orthese auf 10°, 40° limitiert für sechs wochen!
das halteband soll so zusammen wachsen. das hkb (teilruptur) ebenfalls! und ein teil vom meniscus ist auch abgebrochen (subluxiert) steht im bericht. des knochenödem und der bluterguss geht so auch schneller weg. laut doc!

nach sechs wochen dann die kontroll untersuchung hoff mal das des zusammen wächst!

hatte jemand ähnlich probleme und kann mir seine erfahrungen schreiben

lg, sabine
 
006
07.02.2006, 23:20 Uhr
tinyblue
1

Hi Sabine,

zum retinaculum kann ich vielleicht noch ein bisschen was beitragen, bin aber noch am Erforschen (unendliche Geschichte...).
Hatte mir vor ziemlich genau zwei Jahren bei einem Skiunfall so einiges im Knie kaputtgemacht (habe ich hier auch mal reingeschrieben gehabt).
Nachdem ich irgendwie nie mehr so recht schmerzfrei geworden bin, habe ich mir dann Ende letzten Jahres (endlich mal!) den MRT-Befund von nach dem Unfall besorgt. Da stand außer den anderen Sachen, die mir bekannt waren, auch, dass das mediale retinaculum gerissen war. Hat nie jemand erwähnt und ich bin mir nicht sicher, ob die das im Krankenhaus, wo ich operiert wurde, überhaupt gesehen haben (die hatten nur die Bilder, nicht den schriftlichen Befund).
So weit, so gut (oder schlecht).
Fakt ist, dass die Patella bis vor ca. einem Monat ständig leicht lateralisiert war und jetzt immer noch heftig hin- und herschwimmt. Muskulatur ist okay, hab wirklich viel gemacht, daran kann es eigentlich nicht liegen. Habe aber inzwischen dadurch ´nen retropatellaren Knorpelschaden Grad 2. Kann natürlich sein, dass durch den "mäßigen Erguss" vom KS das auch einfach eine "tanzende Patella" ist. Aber ich habe so das Gefühl, ich kann noch weitere zwei Jahre Muskelaufbau machen und da ändert sich nix.
Wollte meinen jetzigen behandelnden Doc schon beim letzten Mal darauf ansprechen, aber der hat sich da so lieb und lange Zeit genommen, mir den neuen MRT-Befund zu erklären, dass das irgendwie untergegangen ist. Wird am 2. März nachgeholt, dann kann ich bestimmt mehr sagen.
Jedenfalls sehe ich auf den neuen Bildern als Laie genau da etwas, wo der Riss war (dank eines sehr guten Anatomie-Buchs konnte ich das lokalisieren). Und das sieht mir irgendwie nicht so aus, als wenn das wieder zusammengewachsen ist. Warum der Radiologe das nun nicht erwähnt hat...? Da denk ich mir so mein Teil, aber das steht auf einem ganz anderen Blatt und gehört nicht hierher ;-).
Wie gesagt, ich bin an dem Thema dran und werde dann mal Anfang März berichten.

Gute Besserung,

Kerstin
 
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