Re: Therapie beim carpal tunnel syndrome


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Posted by Chirurg-Doc (145.253.102.101) on December 23, 2000 at 21:37:56:

In Reply to: Therapie beim carpal tunnel syndrome posted by Kilian on December 23, 2000 at 08:29:44:

Karpaltunnel-Syndrom
Das Karpaltunnelsyndrom (KTS) gehört zu der großen Gruppe der Nervenkompressionssyndromen. Beim KTS wird der Nervus medianus im Karpaltunnel der Hohlhand eingeengt.

Ursachen
Die Ursache kann in einer zurückliegenden Knochen- oder Weichteilverletzung (z.B. fehlstehender Handgelenksbruch = dislozierte distale Radiusfraktur) der einer Gewebsentzündung (z.B. chronische Beugesehenenentzündung mit Verdickung der Sehnenscheiden, Rheuma, Arthrose) liegen, aber auch auf hormonellen Störungen (z.B. Wechseljahre) oder Alterserscheinungen des Bindegewebes beruhen.


Anatomie
Die Einengung schädigt den Nerv dort, wo er im Handgelenk in einem sehr engen knöchernen Tunnel verläuft und keine Ausweichmöglichkeit hat. Wir nennen diese Stelle Karpaltunnel.


Beschwerden
Die Folgen sind Verminderung des Tastsinns, Gefühlstaubheit und Muskelschwäche. Im Vordergrund für den Patienten stehen häufig vor allem nächtliche Schmerzen. Auf längere Dauer kommt es zu Muskelschwund.


Untersuchungen zur Diagnose
Nach Beurteilung der subjektiven Beeinträchtigung, des objektiven Untersuchungsbefundes und der Messung der Nervenleitgeschwindigkeit durch den Neurologen haben wir Ihnen zur Operation geraten. Wenn zu lange gewartet wird, kann eine Dauerschädigung des Nerven eintreten.


Therapiemöglichkeiten
Grundsätzlich kann man im Anfangsstadium der Beschwerden eine konservative Behandlung durchführen. Durch das Tragen von speziellen Nachtschienen können die Beschwerden zumindest eine zeitlang verschwinden oder geringer werden. Bei erfolgloser Behandlung durch diese Maßnahmen ist eine Operation zu empfehlen, um bleibende Gefühlsstörungen und Muskelschwund zu vermeiden.


Operatives Vorgehen

Narkose
Zur Betäubung wählen wir ein Verfahren, bei dem wir zur besseren Sicht bei der Operation das Blut aus dem Arm wickeln, mit einer Blutdruckmanschette das Rückströmen in den Arm verhindern und durch Auffüllen der Venen mit einem Lokalanasthetikum eine Schmerzfreiheit des ganzen Armes erreichen.


Offene Operationstechnik
Den Hautschnitt legen wir in die Längslinie der Hohlhand, so daß er später kaum auffällt. Wir durchtrennen und lösen das Gewebe, das den Nerv einengt. Bei sehr aufgequollenen Sehnenscheiden nach abgelaufenen Entzündungen kann deren Entfernung notwendig werden.


Endoskopische Karpaltunnelspaltung
In unserer Praxis führen wir bei der endoskopischen Karpaltunnelspaltung diese in der sogenannten Einportaltechnik durch. Hierbei wird die gesamte Operation über ein ca. 1-2 cm langen Hautschnitt quer in der Beugefalte des Handgelenkes durchgeführt. Das Instrumentarium wird wie in folgender Abbildung eingeführt.



Mögliche Komplikationen
In der Regel tritt nach der Karpaltunnelspaltung praktische eine sofortige Behebung der Beschwerden wie Schmerzen und nächtliche Mißempfindungen auf.
Bei bereits bestehenden Gefühlsstörungen und Mißempfindungen ist deren Rückgang jedoch nicht in jedem Fall vorhersehbar, dies hängt entscheidend auch von der Dauer und Ausprägung der bisherigen Schädigung der Nerven ab. Gleiches gilt auch für eine bereits bestehende Muskelschwäche im Bereich des Daumenballens.
Die allgemeinen Gefahren ärztlicher Eingriffe wie Nachblutung, Infektion, Schwellungszustände und Verletzung von Nerven und Blutgefäßen sind selten geworden, auch gibt es hierfür bessere Behandlungsmöglichkeiten als früher.
Die Narbe kann im Handgelenksbereich bei der offenen Operationsmethode gelegentlich einige Zeit berührungsempfindlich sein und Beschwerden beim kräftigen Zupacken bereiten.
In Ausnahmefällen kann es zu einer langwierigen, unter Umständen sehr schmerzhaften Knochenentkalkung und/oder Weichteilschwellung kommen, die auch Gelenkversteifungen zur Folge haben kann (Sudeck'sche Erkrankung).
Bei der endoskopischen Karpaltunnelspaltung kommt es deutlich seltener zu Narbenproblemen. Man muß jedoch im Vergleich zu der offenen Operationstechnik mit einer etwas höheren Komplikationsrate rechnen. Neben Verletzungen des Nervens, insbesondere eines kleinen Seitenastes der zum Daumen führt, muß gelegentlich wegen einer unvollständigen Eröffnung des Karpaltunnels später nocheinmal operiert werden.
Gelegentlich muß von einer endoskopisch begonnen Operation auf Grund von Blutungen oder unübersichtlicher Anatomie in eine offene Operation gewechselt werden.


Vorbereitung
Sie können morgens gerne nach Belieben frühstücken. Damit wir hygienisch einwandfreie Bedingungen einhalten können, bitten wir Sie zu duschen und frische Wäsche anzuziehen. Bitte kommen Sie mit kurzen und sauberen Fingernägel.
Sie können gerne Ihnen vertraute Musik in Form einer CD oder MC mitbringen und anhören, die Zeit wird Ihnen so kürzer und angenehmer werden.
Nach der Operation sollten Sie sich von einer Begleitperson mit dem PKW nach Hause bringen lassen. Wir veranlassen gerne für Sie einen Transport mit dem Taxi. Sie dürfen selber nach der Operation mit der Gipsschiene kein Fahrzeug lenken!


Nachbehandlung
Durch das Angebot des Ambulanten Operierens möchten wir Ihnen ermöglichen, die Zeit vor und nach der Operation in Ihrer gewohnten, vertrauten Umgebung zu verbringen.
Zur besseren Wundheilung und zur Verminderung des Wundschmerzes legen wir für einige Tage eine Gipsschiene an. Lagern Sie die Hand die ersten Tage möglichst erhöht um Schwellungen zu vermeiden. Bewegen Sie ruhig immer wieder ihre Finger und vergessen Sie nicht, auch Ihre Schulter zu bewegen.
Zur Behandlung der Wundschmerzen nehmen Sie in den ersten Tagen die rezeptierten Tabletten. Denken Sie daran, daß eine frühzeitig eingenommene Schmerztablette Ihnen ein streßfreies Ausruhen und Schlafen ermöglichen kann und hilft, im Endeffekt die Menge an eingenommenen Schmerzmitteln zu vermindern.
Die Erholung des Nervs hängt von Dauer und Schwere der Einengung vor der Operation ab. Auch nach Monaten kann noch eine Besserung des Taubheitsgefühls oder der Muskelschwäche eintreten. Aus diesem Grunde sollte der Verlauf nach der Operation durch den Neurologen kontrolliert werden,
Die Entfernung der Fäden wird in der Regel nach ca. 11 Tagen durchgeführt.
Nach ca. 2-3 Wochen kann die Hand wieder zunehmend mit leichterer Arbeit belastet werden. Mitentscheidend ist auch die Operationsmethode. Erfahrungsgemäß ist nach endoskopischer Karpaltunnelspaltung die Hand früher belastungsfähig.
Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit richtet sich nach der Schwere der manuellen Tätigkeiten.

Schön erklärt mit Skizzen findest du das Ganze auf:
http://www.chirurgische-praxis.de/chirurg/info/krankheit/karpal.html





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