Re: Schwanger


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Posted by DocDoc (145.253.102.161) on October 18, 2000 at 15:33:25:

In Reply to: Schwanger posted by Steffi on October 18, 2000 at 13:10:55:

Hallo Steffi,

hierzu habe ich einen interessanten Bericht gefunden; lang, aber gründlich

Medical Tribune Kongressbericht
STARNBERG - Treibt eine Schwangere Sport, treibt dies nicht selten auch ihrem Arzt den (Angst-)Schweiß auf die Stirn. Denn bis heute hält sich hartnäckig die Lehrmeinung, dass Schwangerschaft eine absolute Kontraindikation für körperliche Ertüchtigung darstellt. "Wenn überhaupt, dann ist das allenfalls eine relative", meint hingegen Professor Dr. Klaus Jung, Sportmedizinische Universitätsklinik, Mainz.
Und so empfiehlt er Schwangeren, nicht auf Sport zu verzichten. Als sehr guten Gradmesser, welche sportliche Belastung für die einzelne Schwangere die individuell optimale ist, sieht der Mainzer Sportmediziner das subjektive Wohlbefinden während und nach der Schwangerschaft.
Raubt Muskeltraining dem Fetus O2? In keinem anderen Lebensabschnitt ist der Organismus einer Frau temporär so tief greifenden Veränderungen ausgesetzt wie in der Schwangerschaft. Vorstehender Bauch, watschelnder Gang, progressive lumbale Lordose durch den wachsenden Uterus oder Veränderungen im Bandsystem sind morphometrische Veränderungen, die auf den ersten Blick gegen sportliche Aktivitäten sprechen. Aus kardiorespiratorischer Sicht kann dies der konsekutive Blutdruckabfall sein, wenn der Uterus bei einer aufrecht stehenden Frau nach vorne drückt.
Nicht zuletzt werden aus metabolischer Sicht die Erhöhung des Grundumsatzes und die der Körperkerntemperatur als Parameter genannt, die durch Sport aus ihrem auf die Schwangerschaft adaptierten Gleichgewicht gebracht werden können. "Obwohl die maternalen Adaptationsvorgänge individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sind und erlebt werden, sind die gynäkologischen Fachkollegen beim Thema Sport in der Schwangerschaft leider sehr zurückhaltend", bedauerte Prof. Jung auf dem 1. Interdiszdiplinären Fortbildungskongress "Risikofaktoren in Schwangerschaft und Stillzeit". Der Sportmediziner teilt die Sorgen der Kollegen nur bis zu einem bestimmten Grad. "Natürlich besteht theoretisch die Gefahr, dass es durch die verstärkte Durchblutung von Herz, Lunge, Haut und Muskulatur beim Sport zu einer O2-Mangelversorgung der fetoplanzentaren Einheit kommen könnte", so Prof. Jung. Gleichzeitig betont er jedoch, dass "wir das in der Praxis noch nie gesehen haben, wenn sich die Schwangere submaximal belastet".
Submaximal belasten! Damit nennt er auch das Schlüsselwort: submaximale Belastung. Geht die Schwangere beim Sport nicht an die persönlichen Leistungsgrenzen und legt sie zudem immer wieder kurze Pausen ein, dann ist es nach den Erfahrungen Prof. Jungs praktisch ausgeschlossen, dass das Kind intrauterin Stress hat, weil die Sauerstoffbilanz der Mutter aus dem Lot wäre, ihre Körperkerntemperatur über die Maßen zugenommen hätte oder sie sich in eine Hypoglykämie hineintrainieren würde. "Die Wechselbeziehungen zwischen Schwangerschaft und Sport sind komplex. Zudem ist Schwangerschaft ein so individuelles Geschehen, da lassen sich allgemeine Richtlinien – besonders in Hinblick auf Sport – nur schwer aufstellen", betonte Prof. Jung. In aller Regel würden die Vorteile eines individuell maßgeschneiderten Sportprogrammes die möglichen Nachteile überwiegen.
Erschütterndes verboten Als besonders günstig für Mutter und Kind bezeichnete der Mainzer Mediziner körpergewichtsentlastende Sportarten wie Schwimmen oder Fahrradfahren. Aber auch Wandern, Skilanglauf, Yoga, Gymnastik oder Tanzen seien für Schwangere empfehlenswerter Sport. Schnorcheln, Bergwanderungen, Rudern oder Tischtennis seien bedingt empfehlenswert. Absolut meiden sollte die Schwangere aber Freizeitbeschäftigungen, die ihr Baby intrauterin "erschüttern" können. Dazu zählt Prof. Jung unter anderem Reiten, Surfen und alpines Skilaufen. "Auch sollte es in unserer adrenalinhungrigen Zeit nicht so weit kommen, dass eine werdende Mutter mit ihrem Fetus Tandemsprünge am Fallschirm absolviert oder das Baby zu gemeinsamen Tauchgängen zwingt", warnte Prof. Jung.

Quelle:
http://www.medical-tribune.de/020gesundheit/030mt_bericht/schwangere_sport.html




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