Re: Schulterschmerzen


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Posted by DocDoc (212.144.152.8) on November 24, 2000 at 19:38:16:

In Reply to: Schulterschmerzen posted by Edgar on November 24, 2000 at 18:30:00:

Hallo Edgar,
vielleicht hilft dir dieser Artikel weiter. Ist sehr interessant.

Quälender Schulterschmerz
Triggern Sie ihn weg!

Die Ursache von Schulterschmerzen liegt oft nicht im Gelenk, sondern in der benachbarten Muskulatur. Durch Über- oder Fehlbelastung entstehen leicht Hartspannstränge. Tastet man diese verhärteten Bezirke sorgfältig ab, lassen sich meist Triggerpunkte aufspüren, an denen man Schmerzen in entfernt liegenden Arealen auslösen kann. Eine gezielte Therapie dieser Triggerpunkte macht den Patienten innerhalb kurzer Zeit beschwerdefrei - und dafür stehen mehrere Varianten zur Verfügung.

Selbstverständlich sollte man bei hartnäckigen Schulterschmerzen auch an einen rheumatischen oder traumatogenen Gelenkprozeß denken. Häufiger sind jedoch rein funktionelle Störungen, die sich weder mit Ultraschall noch mit Kernspintomogramm oder CT darstellen lassen, erklärte Dr. Martin Zinsli, Allgemeinarzt aus Chur, auf dem Fortbildungskurs "Aus der Praxis - Für die Praxis".

Wenn Aktin und Myosin sich nicht trennen können... Tastbares Zeichen solcher muskulären Störungen sind verhärtete Stränge, entstanden durch akute Überlastung bzw. Überdehnung, durch ein direktes Trauma oder durch Ermüdung des betreffenden Muskels. Innerhalb dieses Hartspannstrangs gibt es oft einen sogenannten Triggerpunkt, an dem sich die Aktin- und Myosinfilamente nicht mehr aus ihrem Kontraktionszustand lösen. Schon geringfügige Reize können diesen empfindlichen Triggerpunkt aktivieren und Schmerzen in einem jeweils fest zugeordneten Areal triggern, verdeutlichte Dr. Zinsli.

Durchtasten, bis es zuckt Wenn Sie beim Durchtasten der verdächtigen Muskeln (Mm. trapezius, levator scapulae, deltoideus, subscapularis, teres minor, infra- und supraspinatus und serratus anterior) einen solcher fortgeleiteter Schmerz oder eine Muskelzuckung auslösen können, ist die Diagnose schon ziemlich sicher. Letzte Zweifel beseitigt dann die Injektion eines Lokalanästhetikums in den vermuteten Triggerpunkt: Wird der Patient auf der Stelle schmerzfrei, haben Sie nicht nur die richtige Diagnose gestellt, sondern gleichzeitig die Therapie eingeleitet. Es gibt aber noch eine weitere Behandlungsmöglichkeit: Den Triggerpunkt mit 2 Fingern oder gegen den knöchernen Untergrund komprimieren. Durch den Druck entsteht eine lokale Ischämie mit nachfolgender reaktiver Hyperämie, die den Stoffwechsel des Triggerpunktes zum Zusammenbruch bringen soll. Den gleichen Effekt erreicht man, wenn man das Gewebe um den Triggerpunkt mit den Fingerspitzen dehnt bzw. durch Stretching unter Kälteapplikation (Eiswürfel, Kältespray oder flüssiger Stickstoff).

Golfspieler könne sich selber triggern Sogar eine Selbsttriggerung ist möglich. Dafür legt sich der Patient auf den Rücken, schiebt einen Tennis- oder Golfball direkt unter die schmerzende Stelle und macht dann vorsichtige Bewegungen. Diese Therapie, so Dr. Zinsli, ist zwar sehr schmerzhaft, aber auch sehr effektiv. Absolut kontraindiziert ist die Triggerpunkt-Therapie bei Patienten unter Antikoagulanzientherapie oder mit Störungen im Gerinnungs- bzw. Gefäßsystem. Relative Gegenanzeigen betreffen Personen mit erhöhter Schmerzempfindlichkeit, Rentenbegehren, Fibromyalgie oder Polyarthritis.

Quelle: http://www.medical-tribune.de/020gesundheit/030mt_bericht/Schulterschmerz.html




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