Reiteralm Alphorn Nordwestkante
"Men
at Work" 7+ ;19 SL.
Vorbemerkung: Fritz Amann, von dem auch diese Tour zusammen mit Josef Brüderl erstbegangen wurde, überließ uns freundlicherweise die Beschreibung und das Topo zu "Men at work". Fritz merkt jedoch an, unserer Ansicht nach mit Recht, dass man allgemein den alpinen Veröffentlichungen kritisch gegenüberstehen sollte. Die Erstbegeher verwenden oft viel Mühe, eine Tour sicherheitsmäßig einzurichten und mit teuren Edelstahlhaken zu versehen. Bei großflächigen Verbreitungen kann es aber dann leider auch geschehen, dass unter den Wiederholern ignorante "Touren-Runterspuler" sind, die auf nichts Rücksicht nehmen und von Regeln im alpinen Gelände noch nichts gehört haben. Solche Kletterer sind dem Gelände teils nicht gewachsen, lösen unnötigen Steinschlag aus, drängeln in den Routen, können kleine Zwischenlaschen und Standbühler nicht voneinander unterscheiden, drängeln sich z.B. vor einer am Einstieg wartende Frauenseilschaft vor mit dem Zitat: "ist uns egal, wenn ihr hier schon gewartet habt".Wir danken Fritz und Josef trotz ihrer Bedenken für die Freigabe, und bitten im Interesse aller, sich an den Felsen dementsprechend umsichtig und auch sozial zu verhalten. Es liegt auch in unserer Hand, ob Erstbegeher ihre Touren freigeben und publik machen, oder ob sie diese zurückhalten.
Erstbegehung: Fritz
Amann & Josef Brüderl am 29.7.99 nach Vorarbeiten mit H.
Höpfner, S. Kronschnabl und I. Neuer. Von unten eingerichtet,
alle Haken wurden aus der Kletterstellung gebohrt, einige
nachträglich gesetzt.
Schwierigkeit: 7+,
7- (öfter), meist 6 und 5, 7- obl.; siehe Topo unten
Wandhöhe: 550 m,
600 m Kletterlänge, 19 Seillängen.
Zeit: 6-8 Stunden
Charakter: Alpine,
sehr lange Genusstour, mit BH gut abgesichert. Bis zum
Laufsattelsteig ab und zu alpin (vom Fels her), danach Genuss
pur. Meist Plattenkletterei, aber auch Risse dabei. Daneben
einige Schrofen und auch kurz leichter Bruch. Die ersten 7 SL.
bieten überwiegend Plattenkletterei, dann folgen 2
Schrofenlängen. Der Rest der Tour verläuft an gestuften
Pfeilerwänden. Viele Stände sind auf Absätzen in Wiesen mit
herrlicher Aussicht.
Material: Ca. 150
V2A-Bohrhaken und 20 Bühler, nur 12 Express sind nötig, Keile
kann man getrost zu Hause lassen, der Helm soll aber auf jeden
Fall ins Gepäck.
Zustieg: 50 m nach
der Abzweigung von der Bundesstraße auf der Straße nach
Oberjettenberg parken; beim Viehrost leicht bergauf dem Forstweg
folgen, bis man nach 200 m auf eine Waldwiese gelangt; hier
Weggabelung; dem linken Weg folgen (kleines, altes Brücklein).
Diesem folgen, bis nach 5 Min. ein Weg in eine Fichtenschonung
abzweigt (Markierung mit Steinen und roten Punkten). Dem gut
erkennbaren Weg folgen, dreimal einen Ziehweg überqueren, bis
man auf den Mittersteig trifft (umrundet die ganze Reiteralm in
gleicher Höhe). Diesen nach rechts verfolgen, an der Abzweigung
des Laufsattelsteiges vorbei (lange weiter ohne Höhengewinn),
durch ein steiles Bachbett; 10 Min. weiter gelangt man an ein
zweites Bachbett. Dahinter auf dem Rücken hoch (gelb markiert),
bis man nach links auf die steile Wiese unter den Wänden queren
kann. In einer Rinne oder in der Wiese links davon hoch bis zu
einem Vorbau. Einstieg bei Klebehaken auf dem Vorbau (gesamt: 1
Stunde; 500 Höhenmeter).
Route: Hat man den
Einstieg gefunden, wird`s wirklich einfach. Immer den Bohrhaken
nach. Nach der 13. SL. geht man 20 m nach links und dann
aufwärts durch Latschen zum Laufsteig. Diesen verfolgt man (3
Min), bis er direkt an die NW- Kante führt. Hier geht`s bei
einem auffälligen Riss weiter. Nach der 15. SL. durch Latschen
zur Wand und rechts von einem toten Baum weiter.
Abstieg: 6 mal
über die Route bis zum Laufsteig abseilen. Schneller geht`s,
wenn man die steile, schrofige Rinne rechts des Pfeilers
absteigt. Am Ende der Rinne 20m abseilen (gesamt: etwa 25 Min.).
Danach bei beiden Varianten auf dem Laufsteig bis ins Tal (1
Std.). Man beachte, dass man nicht mehr zum Einstieg
zurückkommt.
Fluchtmöglichkeiten:
Von der 1. bis zur 10. SL. kann man ganz gut abseilen, von der
11. bis zur 13. SL. sollte man nach oben zum Weg flüchten, ab
der 14. SL. kann man wieder jederzeit gut umdrehen.
Beurteilung durch die Wiederholer: Die
Urteile reichen von "Naja" (Makei nur 13. SL.
geschafft) bis "Toptour" (Ossi) oder
"superstark" (Fidelius). Wer nur besten Fels erwartet,
soll nicht einsteigen.
