PORTRÄT "TONI LAMPRECHT"

Toni ,alias Anton, Lamprecht ist bei den meisten auch unter dem
Namen: der "Stier von Kochel" bekannt. Wer ihn kennt
oder sieht, weiß sogleich warum. Mit nur einer Handvoll anderen
gehört der Mega-Breitschultrige im Schwierigkeitsklettern
eindeutig zur Creme de la Creme im Klettern & Bouldern.
Beim Klettern hat er in den letzten Jahren schon so einige 11-
geknackt, beim Bouldern hält er sich im Bereich 8b auf, was in
etwa ebenfalls 11- entspricht.
Wie beginnt so eine Kletterkarriere eigentlich?
Toni war von klein auf, anfangs mit seinem Vater, dann mit dem
DAV (Deutschen Alpenverein) in den Bergen unterwegs. Mit 4 Jahren
hielt er schon ausgiebige Wanderungen durch; im Alter von 8
Jahren erklomm er bereits seine ersten Eistouren; mit 11 Jahren
kletterte er dann das erste Mal alpin mit Seil.
Zum reinen Sportklettern ging Toni mit 14 Jahren über und war
von diesem Zeitpunkt an auch vom Schwierigkeitsklettern
"infiziert". Wann immer es die Zeit erlaubte,
trainierte er, entweder am Balken oder in den heimischen Gebieten
"Berg" und "Kochel".
Zu seinen derzeitigen Lieblingsgebieten gehören die
"deutschen Voralpen" und das französische
Top-Bouldergebiet "Fontainebleau".
Das Wettkampfklettern an künstlichen Felsen hat
ihn nie sonderlich gereizt. Zwar gewann er 1988 den allerersten
in Deutschland stattgefundenen Klettercup und mischte auch bei
den kommenden Worldcups ein wenig mit, ließ es dann aber kurze
Zeit später, aufgrund mangelnder Motivation wieder sein.
Eines der ausschlaggebenden Faktoren, um wirklich gut zu werden,
ist laut Toni die Motivation, - der "Biss" - etwas
wirklich Schweres zu schaffen. Und diesen Biss besitzt er
wahrlich.
Nach seiner Arbeit als Sonderpädagoge und an den Wochenenden,
d.h. 4 bis 5 x die Woche, fährt er an den Fels und trainiert
dort mindestens 6 Stunden. Zwischen den einzelnen Routen oder
Bouldern legt er höchstens eine 10-minütige Pause ein, dann
geht es weiter. Für den "Otto-Normal-Kletterer" im
Grunde unvorstellbar.
Trotz seinem Bekanntheitsgrad und seiner "Besessenheit"
in Sachen Klettern, führt der 29-Jährige ein ganz normales
Leben, und verfolgt auch konsequent seine weiteren Interessen wie
Wandern, Surfen, Wellenreiten und nicht zuletzt die Musik.
So ist er z.B. Sänger und
Mitbegründer der, nicht ganz unbekannten Münchner Punkband "Analstahl"
(mit der er sogar vor kurzem bei einem Porträt in der
Bergsteigersendung "Bergauf-Bergab" zu sehen war!
Äußerst amüsant!)
Seine Pläne für die Zukunft?
Beruflich will Toni erst einmal im Jahre 2001 sein Referendariat
als Sonderpädagoge für geistig Behinderte abschließen.
Danach plant er eine berufliche Pause einzulegen, um ein letztes
Mal durch die schönsten Klettergebiete der Welt zu tingeln.
Alles weitere läßt der smarte Starnberger gelassen auf sich
zukommen.